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NEU: Signallinie-Dienstleistungen

Ab jetzt habt ihr über Signallinie die Möglichkeit, Remote Viewing direkt beim Blog-Betreiber zu erlernen. Zudem können anspruchsvolle Informationsrecherchen per Remote Viewing beauftragt werden. Ihr findet den neuen Dienstleistungsbereich hier:

Signallinie-Dienstleistungen_Banner

Die Ausbildungsleistungen umfassen dabei das komplette Spektrum des Remote Viewing, von Schnuppersessions, über den Basiskurs der Stufen 1-5, dem Fortgeschrittenenkurs der Stufe 6, bis hin zum abschließenden Projektleiterkurs.

Ihr profitiert dabei von rund zwölf Jahren Remote Viewing-Erfahrung, davon über sechs Jahre hauptberuflich (seit 2016), mit bisher über 120 ausgebildeten Trainees und dutzenden Recherche-Projekten für Privat- und Firmenkunden.

Ich freue mich auf euch! 🙂

Informatorische Selbstermächtigung

Informatorische Selbstermächtigung… Was für ein Begriffsmonstrum soll das denn sein, und wofür steht es? Und vor allem; was hat Remote Viewing (u. a.) damit zu tun? Eigentlich wollte ich einen leichter verdaulichen bzw. weniger fachchinesisch klingenden Begriff dafür finden, jedoch ist es mir bisher nicht gelungen. Somit hat sich der Begriff inzwischen für das etabliert, was ich damit aussagen möchte.

„Informatorische Selbstermächtigung“ steht grundsätzlich für die Möglichkeit, sich informationsmäßig weitestgehend unabhängig zu machen, statt notgedrungen auf äußere Informationsquellen vertrauen zu müssen. Gerade in diesen Zeiten ist es ein wertvoller Ansatz, um durch die widersprüchlichen und immer absurder werdenden „Informationsstürme“ zu navigieren. Neben der Außenschau geht es jedoch dabei ebenso um die Innenschau. Denn was nützt direktes Wissen im Außen, wenn das innere Wissen bzw. die Selbsterkenntnis zu kurz kommt?

Eifriger Informationskonsum bringt einen nämlich nicht weiter, wenn der entsprechende Umgang damit im Inneren nicht kultiviert wird. Ohne Innenschau, Selbsterkenntnis und Harmonie zwischen Verstand und Inutition, mangelt es schnell am dringend notwendigen Differenzierungsvermögen. Dadurch entstehen Fehleinschätzungen, Pauschalisierungen und letztlich unzureichend geprüfte Glaubenssätze. Der Umgang und die Einordnung der äußeren Informationen ist also genauso wichtig (wenn nicht wichtiger), als die Informationsgewinnung an sich.

Divinatorische Werkzeuge
Divination

Wie wird man nun also zum Souverän seiner persönlichen Informiertheit? Da wir uns hier bekanntlich im Bereich des Grenzwissens bewegen, geht es dabei in erster Linie um geeignete Divinationstechniken. Divination steht im klassischen Sinne für den Informationsgewinn durch außersinnliche Wahrnehmung bzw. metaphysische Kanäle (Hellsehen, Wahrsagen, Prophetie etc…).

Heutzutage zählen dazu vor allem Anwendungen wie Remote Viewing, Tieftrance- und Verkörperungstechniken, bewusst induzierte außerkörperliche Erfahrungen, Channeling, klassische oder modernere Abfragesysteme (wie Tarot, Pendeln, Runenwerfen, kinesiologischer Muskeltest etc…) und einiges mehr.

Alle Techniken haben eine grundlegende Eignung, auf außersinnlichem Wege verifizierbare Informationen zu generieren. Wie geeignet bzw. „mächtig“ das jeweilige Divinationssystem für bestimmte Zwecke ist, stellt sich letztlich in der ausgiebigen Praxisanwendung heraus. Dort entsteht notgedrungen ein interdisziplinärer Ansatz, um die geeigneten Techniken für den jeweiligen Zweck herauszufinden und anzuwenden. Das alles sind Möglichkeiten zur informatorischen Selbstermächtigung in der Außen- und Innenschau.

Protokoll-Collage

Divinatorische Techniken können auch durchaus als „geistige Kampfkünste“ bezeichnet werden, da es viele Parallelen zu traditionellen, vor allem fernöstlichen Kampfkünsten gibt. Wie auch in den körperlichen Kampfkünsten, sollte es letztlich darauf hinauslaufen, die Essenz der Technik zu verstehen, ineffiziente Schnörkel zu entfernen, geeignete Aspekte zu integrieren und letztlich das Anwendungsoptimum für sich selbst daraus zu ziehen.

So eignet sich beispielsweise Remote Viewing als hervorragendes Werkzeug für die Ereignisaufklärung mit Zeitverläufen, Handlungen, Intentionen, Entwicklungstrends etc…, während Tieftrance-Techniken oder Verkörperungsarbeiten effektive Hilfsmittel zur Innenschau durch das direkte Erleben und Transformieren von Bewusstseinsaspekten bieten. Auch der Zeit- und Arbeitsaufwand im Vergleich zum gewünschten Ergebnis, kann ein Auswahlkriterium der geeigneten Divinationstechnik sein.

Persönliche Informationsfreiheit

Natürlich muss jeder selbst entscheiden, was er sich auf außersinnlichem Wege anschaut, wieviel Arbeit er in die Informationsgewinnung steckt, und welchen ethischen Rahmen er dabei für sich definiert. Vor allem aber, wo die Grenze zwischen maßloser Informationssucht und Pragmatismus gezogen wird. So ist es beispielsweise sicherlich interessant, alle möglichen Narrative, Agendas und (Des)Informationen zu überprüfen, mit denen wir alltäglich konfrontiert werden. Allerdings muss man sich irgendwann fragen, was einen davon persönlich weiterbringt, und was nur einem passiven Informationskonsum bzw. der alternativen Sensationsgier dient.

Außenschau

So wäre es z.B. sinnvoller, sich auf die äußeren Ereignisse zu konzentrieren, die einen direkten Einfluss auf das eigene Leben in der Gegenwart bzw. in der nahen Zukunft haben könnten. Diese können mit geeigneten Techniken (wie Remote Viewing) nicht nur passiv angeschaut, sondern zugleich auch mit der Ermittlung passender Verhaltensoptima verbunden werden. Wie kommt man beispielsweise selber möglichst reibungslos durch bestimmte Ereignisse bzw. Zeitqualitäten, und welche Maßnahmen bzw. Mindset-Anpassungen müssen dafür vorgenommen werden? Informatorische Selbstermächtigung heißt nämlich auch, bei aufziehendem Unwetter die passende Kleidung parat zu haben.

Persönliche Entwicklungsfreiheit

Dass der richtige Umgang mit den Informationen ebenso zählt, wie die Informationsgewinnung an sich, wurde ja bereits erwähnt. Außen- und Innenschau sollten jedoch nicht getrennt voneinander betrachtet werden. So könnte man z.B. viewen lassen, mit welcher inneren Einstellung man am besten mit den psychologischen Auswirkungen turbolenter Zeitqualitäten zurecht kommt, und ob die sich aufstauenden Sorgen überhaupt eine legitime Basis haben. Denn nur wer mit Dauersorge in eine völlig ungewisse Zukunft schaut, wird das Hier und Jetzt vernachlässigen.

Innenschau

Daher ist auch das „Danach“ ein wichtiger Faktor, auf den man sich durch entsprechende Zukuftsschauen und Optimas vorbereiten kann. Ansonsten bleiben womöglich antrainierte, hinderliche Muster haften, selbst wenn sie schon lange keine Grundlage mehr haben. Es hilft also, die nahe Zukunft mittels außersinnlicher Hilfe zu antizipieren, und zugleich die stürmischen Zeiten zu nutzen, um danach wieder mit dem optimalen Mindset durchstarten zu können. Menschen, die so vorgehen, werden wahrscheinlich die Vorreiter sein, während der Rest sich noch für lange Zeit die physischen und psychischen Wunden leckt.

Persönliche Resonanz
Freiheit

Zuletzt darf man das Resonanz-Prinzip nicht aus den Augen verlieren, da wir in einem gewissen Maße (mit)manifestieren, wie unsere persönliche, zukünftige Wahrscheinlichkeit aussieht. Das gilt kollektiv gesehen auch für die große Schnittrealität, in der wir gemeinsam agieren und leben. Es gibt den alten Spruch, dass man erstmal vor seiner eigenen Haustür kehren sollte, bevor man versucht, andere Menschen bzw. die Welt zu retten (dazu passend: Die drei Wirkungskreise).

In der Regel ist der Wunsch, die Welt zu retten nämlich eigentlich der Wunsch, die eigene innere Welt zu retten, was dann jedoch unbewusst auf die Außenwelt projiziert wird. Optima für die ganze Menschheit sind im Rahmen von Zukunftsprojekten interessant, jedoch bedingt eine kollektive Weiterentwicklung, dass jedes teilnehmende Individuum bei sich selbst anfangen muss. Die informatorische Selbstermächtigung sehe ich als eines der Prinzipien, um das zu erreichen. Am Ende geht es nämlich darum, die Außenschau, Innenschau und die fortwährende Dynamik dazwischen zu harmonisieren.

Gedanken zum Thema „Facebook-Viewen“

Facebook

Der Begriff „Facebook-Viewen“ soll hier stellvertretend für ein Phänomen in vielen Remote Viewing-Gruppen auf sozialen Plattformen stehen: Man kann häufig beobachten, dass Gruppenmitglieder, die man häufig nicht persönlich kennt, und die auch keine aktiven Remote Viewer sind, eigene Targetnummern in die Gruppe posten. Diese werden meist von der Bitte oder dem Vorschlag begleitet, dass man es doch mal viewen könnte.

Was aus der Sicht des Beitragenden vielleicht ein lustiger Zeitvertreib bzw. spannendes Experiment ist, bringt den Remote Viewern an sich kaum was. Warum das so ist, möchte ich in diesem Beitrag kurz erläutern.

Eigene Target-Pools

Eine wesentliche Tatsache des Remote Viewing-Alltags ist es, dass voll ausgebildete bzw. erfahrene Remote Viewer bereits große Target-Pools haben, die u.a. mit Targets aus eigenen Interessensbereichen (häufig durchmischt mit Übungstargets) gefüllt sind. Dadurch arbeiten auch eher Viewer bzw. Monitore zusammen, die über einen vergleichbaren Erfahrungsstand verfügen. Das macht natürlich Sinn für alle Beteiligten, denn nur so kann man sicher sein, dass gemeinsam brauchbare und zusammenhängende Ergebnisse hervorgebracht werden.

Falsches Tasking

Die Erfahrung zeigt, dass es sehr frustrierend sein kann, Targets von Fremden auf Facebook anzunehmen, weil diese oft schlecht oder falsch getasked sind. Denn richtiges Tasking will (vor allem bei operationalen Inhalten) ebenfalls gelernt sein, und ist (je nach Komplexität der Aufgabenstellung) eine Kunst an sich.

Neben unspezifischen bzw. irreführenden Targetformulierungen und unkonkreten Intentionen, kann auch Target-Kontamination ein Thema sein. Remote Viewer in den USA haben dazu den treffenden Satz „Garbage in – Garbage out“ (sinngemäß „Wenn man Müll reinsteckt, kommt Müll heraus“) geprägt. Bei einfachen Foto-Targets (a’la „Foto in Umschlag stecken und Targetnummer draufschreiben“) kann man in der Regel noch nicht viel falsch machen, jedoch spätestens bei operationalen Targets sollte man das Tasking beherrschen.

Einzelne Solo-Sessions

Da die Remote Viewer in den Gruppen meist aufgefordert werden, die gepostete Targetnummer einfach so zu viewen, wäre der Modus Operandi natürlich eine verblindete Solo-Session. Hat das Target jedoch eine komplexe bzw. spezifische Fragestellung (im Gegensatz zu simplen Foto-Targets), ist dieser Anforderung durch eine einzelne Solo-Session schwierig beizukommen. Es sei denn, man macht mehrere Solo-Sessions (natürlich bis Stufe 6) darauf, um eine sinnvolle Datendichte für die eventuell gefragten Inhalte aufzubauen.

Soviel Arbeit machen sich erfahrene Remote Viewer jedoch nicht, wenn sie nicht wissen, ob der fremde Target-Vergeber anständig tasken kann. Dann hat man eventuell viele Stunden Arbeit investiert, aber letztlich nur irgendwo wild in der Matrix herumgestochert, weil das Unterbewusstsein nicht richtig zum Zielgebiet gelangen konnte. Oder man viewt im Fall einer schweren Target-Kontamination die flüchtigen Gedanken und Emotionen des Target-Vergebers zum Zeitpunkt des Taskings, statt dem eigentlich abgebildeten bzw. gewünschten Zielgebiet. Dadurch könnte der Viewer auch fälschlicherweise mit der Auffassung des Target-Vergebers konfrontiert werden, nicht „on target“ gewesen zu sein.

Persönliche No Go’s

Viele Remote Viewer haben persönliche No Go’s (Verbrechen, Gewalt, Tod, lebensfeindliche Umgebungen, Aliens…), die sie auch untereinander in Form von No Go-Listen austauschen. Man weiß bei fremden Taskern deshalb nie, ob man ein Target bekommt, was darunter fällt. Häufig geht es auf Facebook um irgendwelche vermissten Personen (was operational ohnehin zu anspruchsvoll für diese Art des Austausches ist), wobei der gutgläubige Remote Viewer eventuell in grausige Eindrücke rutschen kann.

Ein gutes Verhältnis zwischen Viewer und Monitor bedingt auch ein gewisses Vertrauen und die Kenntnis der besagten No Go’s. Bei anonymen Targetnummer-Postings kann man nicht wissen, welche Absichten der Beitragersteller damit hat. Man könnte das zwar per „Backtracking“ herausfinden, aber dann hätte man gleich den doppelten Aufwand.

Der Zirkusnummer-Faktor

Allzu oft wollen Leute auf Facebook einfach nur bewiesen kriegen, dass Remote Viewing funktioniert. Und das natürlich ohne jegliche Gegenleistung oder Eigenrecherche, denn als Remote Viewer wäre man ja in der „Beweispflicht“ (wem gegenüber eigentlich, und warum?). Das haben erfahrene Remote Viewer jedoch nicht nötig, denn sie wissen längst aus vielfach wiederholter Selbsterfahrung, dass es funktioniert.

Solche Intentionen haben in der Regel den Beigeschmack einer „Zirkusnummer“ bzw. „für (Pseudo)Skeptiker durch Reifen springen müssen“, ohne als Viewer selbst etwas davon zu haben. Man kann seine Session-Zeit viel sinnvoller für sich, sein persönliches Umfeld und in Form von Recherche-Dienstleistungen für Auftraggeber einsetzen. Denn die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt: Egal wieviele Beweissessions man unter wasserdichten Bedingungen macht (sogar schon im Fernsehen, u.a. durch Joseph McMoneagle); es werden immer neue (Pseudo)Skeptiker mit Forderungen nach Beweissessions auftauchen, die sich ihrerseits jedoch nichtmal die Mühe der Eigenrecherche zu bisherigen Forschungen und Materialien machen. Und dann kommt man zu nichts sinnvollem mehr.

Feedback-Verweigerung

Der Supergau ist eigentlich, wenn man sich tatsächlich dazu hinreißen lässt, das Target des anonymen Beitragerstellers zu viewen, jedoch danach kein Feedback bekommt. Der Beitragersteller meldet sich dann einfach nicht mehr und lässt den Viewer (und auch alle anderen Gruppenmitglieder) sitzen. Das ist tatsächlich schon mehrfach in internationalen und auch deutschsprachigen Remote Viewing-Gruppen vorgekommen. Vielleicht weil der Beitragersteller so sehr vom Ergebnis schockiert war? Oder weil er einfach nur jemanden zu Unterhaltungszwecken durch seine Reifen springen lassen wollte, ohne wirklich an der Sache interessiert zu sein?

So oder so, der Remote Viewer und die Gruppe haben jedenfalls nichts davon, außer vergebliche Arbeit und Enttäuschung. Meist waren solche Feedback-Verweigerer übrigens Leute, die gerade erst neu in der Gruppe aufgetaucht sind, und vorher noch nichts über sich selbst oder zum Thema geschrieben haben.

Fazit

Das waren die wesentlichen Faktoren, warum von anonymen Social Media-Nutzern vergebene Targets meist nicht der Mühe wert sind. Für ein ergiebigeres Community-Erlebnis tut man sich idealerweise in Gruppen zum Online-Viewen zusammen (z.B. per Discord, Skype, Telegram, Zoom etc…), in denen sich die Teilnehmer einigermaßen kennen, und wo man sich gegenseitig etwas beibringen kann. Dort sollten zumindest einige ausgebildete Remote Viewer dabei sein, damit es nicht zu Fehlerverschleppungen, Frust und letztlich Stagnation kommt. Die Ergebnisse können dann in den entsprechenden Social Media-Gruppen diskutiert werden, wobei man vielleicht sogar Spaß, Spannung und den einen oder anderen Erkenntnisgewinn erlebt.

Einzelblind oder Doppelblind?

Verblindung

In der Technik des Remote Viewing gibt es verschiedene Operationsmodi, wie ein Target bzw. Projekt bearbeitet wird: Solo-Blind, Einzelblind, Doppelblind, Dreifachblind, Semi-Frontloaded und Frontloaded (letzteres ist normalerweise nicht empfehlenswert und widerspricht der verblindeten Charakteristik des Remote Viewing). Bei Einzelbilnd, Doppelblind und Dreifachblind sind Monitore beteiligt, die den Viewer durch die Session begleiten.

In diesem Artikel soll es um die Grundsatzfrage gehen, ob der Monitor überhaupt etwas über das Target wissen darf (Einzelblind), oder ob nur doppelblindes (Monitor weiß nichts über das Target) bzw. gar dreifachblindes (dritte Person erstellt das Target, die keine direkte Verbindung zum Monitor / Viewer-Team hat) Vorgehen für einen sauberen Ablauf zulässig ist. Diese Frage ist eine Grundsatzdiskussion, in der vor allem ein Standpunkt aus der Frühzeit des Remote Viewing in den USA vertreten wird, dass nur (mindestens) doppelblinde Konstellationen erlaubt sind. Dies hängt teilweise sicherlich mit den strengen Laborbedingungen zusammen, unter denen das Remote Viewing ursprünglich am Standord Research Institute (SRI) entwickelt und erprobt wurde. Aber ist dieser Standpunkt pauschal gerechtfertigt? Die Antwort darauf ist etwas komplexer…

Potentielle Probleme beim einzelblinden Vorgehen

Suggestives Monitoring

Suggestion

Der häufigste Kritikpunkt am einzelblinden Vorgehen ist, dass der Monitor größtenteils oder komplett über das Target bescheids weiß. So besteht die Gefahr, dass der Monitor den Viewer zu nicht-verblindeten Ergebnissen führt, indem er durch Suggestivfragen, Gesten und (unbewusste) Körpersprache Informationen über das Target preisgibt. Letzteres ist allerdings in der Remote Viewing-Praxis unwahrscheinlicher, als es sich viele Außenstehende vorstellen.

Hierbei muss man entgegenhalten, dass ein guter Monitor niemals Suggestivfragen verwendet, sondern in seinen Fragestellungen nur mit den Eindrücken arbeitet, die der Viewer von sich aus hervorbringt. Bestimmte Target-Inhalte oder Bemaßungseinheiten darf der Viewer vom Monitor nur kodiert erhalten (z.B. „T1“ für ein bestimmtes Datum auf der Timeline). Es geht also um die Kunst der richtigen (neutralen!) Fragestellung, nicht darum, den Viewer zu „führen“. Nur im Training werden Neulinge durch die Stufen des Protokolls geführt, bis sie es selbstständig beherrschen.

Telepathische Überlagerung

Telepathie

Ein weiterer Verdachtsmoment bezüglich potentiell unsauberer Monitorung-Situationen sind so genannte „Telepathische Überlagerungen“. Hierbei geht man davon aus, dass der Monitor, oder irgendeine andere Person im Raum mit Kenntnis über das Target, den Viewer auf telepathischem Wege ungewollte Hinweise zum Target „übertragen“ könnte.

Dies wäre ein typisches Argument für ein dreifachblindes Vorgehen, bei dem keine wissenden Personen im Raum sind bzw. weder Monitor noch Viewer dem Target-Ersteller vorher begegnen dürfen, wenn das Target bereits erstellt wurde. In vielen Jahren Praxis haben wir jedoch nie einen eindeutigen Hinweis gesehen, dass es zu telepathischen Überlagerungen gekommen wäre. Vielleicht gibt es solche Vorkommnisse, allerdings scheinen sie dann äußerst selten zu sein.

Argumente für einzelblindes Monitoring

Monitor-Wunschdenken vs. Viewer

Ein Argument, das gegen diese Kritikpunkte spricht, zeigt sich in der einzelblinden Monitoring-Praxis: Der Viewer liefert häufig Eindrücke, die den Erwartungen des Monitors über das Target teilweise oder vollkommen entgegenstehen. Diese stellen sich dann im Nachhinein als zutreffend heraus, wenn Feedback verfügbar ist. Grundsätzlich sollte der Monitor jedoch während der Session eine neutrale und ergebnisoffene Haltung zu einem Target einnehmen, selbst wenn er Vorannahmen dazu hat.

Wunschdenken

Flexibilität in operationalen Sessions

Die Komplexität mancher, operationaler Targets macht es in Stufe 6 fast zwingend, dass der Monitor zumindest Teilaspekte des Targets kennt. Nur so kann er den Viewer anweisen, bestimmte Aspekte zu untersuchen, die gefragt sind. Natürlich nur, wenn diese zuvor eindeutig im Target identifiziert wurden. Beim doppelblinden Vorgehen könnte man dem Monitor für solche Fälle höchstens Monitoring-Anweisungen im Voraus mitgeben, die er in Stufe 6 ausführen soll. Wobei es dadurch streng genommen nicht mehr völlig doppelblind wäre (wenn z.B. eine Personenwahrnehmung durchgeführt werden muss).

Plan

Es kommt auch häufig vor, dass sich während einer Session völlig neue Aspekte des Targets auftun, die man untersuchen möchte. Wenn der Monitor in Unkenntnis des Targets ist, kann er nicht wissen, ob dieser neue Aspekt vielleicht enorm wichtig ist, und näher betrachtet werden sollte. Dadurch wäre die Chance vertan, die sich in dieser Session bot, und es müssten eventuell weitere Sessions durchgeführt werden, um diesen Aspekt wiederzufinden. Einzelblind-Sessions sind also im Remote Viewing-Alltag deutlich praktikabler.

Sonderfall: Laborbedingungen

Die Notwendigkeit für doppelblindes bzw. dreifachblindes Vorgehen lässt sich im Wesentlichen auf frühe Experimente in der Entwicklungszeit des Remote Viewing zurückführen. Unter den wissenschaftlichen Laborbedingungen mussten natürlich sämtliche Einflussfaktoren und Betrugsmöglichkeiten ausgeschlossen werden. Schließlich ging es um die notwendige Beweiskraft, um auf jährlicher Basis Finanzmittel für das Programm zu erhalten.

Wie man in der Fachliteratur liest, die von den Zeiten der militärischen und geheimdienstlichen Remote Viewing-Einheit berichtet, hielt man sich im operationalen Bereich nicht immer dogmatisch an diese Regeln. Manchmal wurde sogar dem Viewer gesagt, dass es z.B. um eine vermisste Person oder ein Gebäude geht (Semi-Frontloading). Das wird wahrscheinlich ach aus praktikablen Gründen gemacht worden sein, wenn bestimmte Informationen zeitkritisch erbracht werden mussten. Dies war jedoch ganz klar als operationaler Alltag zu verstehen, nicht als so genannte Beweissessions.

Auch bei heutigen Experimenten unter Laborbedingungen, Studien oder Live-Demonstrationen sollten die ursprünglichen Regeln möglichst eingehalten werden. Wenn es z.B. als öffentliche Online-Demonstration abläuft, sind verschlüsselte Targets sinnvoll, die jeder Augenzeuge im Vorfeld von einer dritten Person erhält, die wiederum keinen Kontakt zu den Viewern hat (Dreifachblind-Prinzip). Die Passwörter werden erst nach der Ergebnis-Präsentation freigegeben, so dass Betrug so gut wie möglich ausgeschlossen wird. Völlig auszuschließen könnte man es natürlich nur, wenn die Kontakte zwischen allen Beteiligten für die Zeit des Experimentes permanent überwacht würden.

Fazit

Im operationalen Remote Viewing-Alltag zeigen sich zumindest bei uns keine erkennbaren Probleme mit der Einzelblind-Methode. Dabei geht es jedoch auch nicht darum, etwas nach absolut wissenschaftlichen Standards zu beweisen, sondern möglichst effizient (dennoch unbeeinflusst) Informationen zu generieren. Wenn es die Manpower erlaubt, ist es natürlich auch interessant, ein doppelblindes Team an das selbe Target zu setzen. Bei getroffenen Targets gab es dabei bisher keine Fälle zwischen den einzelblinden und doppelblinden Teams, wo sich die Kernaussagen widersprochen hätten. Jedoch liegt der Schlüssel in der Sorgfalt, und deshalb sollte man die potentiellen Probleme des einzelblinden Vorgehens immer im Hinterkopf behalten.

Remote Viewing – Jubiläum

Jubiläum! Heute vor zehn Jahren (18.01.2009) habe ich meine allererste Remote Viewing-Session durchgeführt (wenn man diese so bezeichnen möchte). 😉

2009

Erstes Ideogramm (2009)

Seitdem hat sich natürlich einiges getan…

2009:
Erster Kontakt mit Remote Viewing und kurz darauf der Versuch, es sich selbst aus Lehrbüchern beizubringen (Stufe 1-3). Diese ersten Schritte gingen mangels Trainingspartner nur schleppend voran.

2010:
Verstärkter Kontakt mit anderen, nicht ausgebildeten Praktizierenden, die ebenfalls versuchen, es sich aus Lehrbüchern beizubringen. Eine Online-Community entsteht, aus der später die Bezeichnung „Generation Skype (der Remote Viewer)“ hervorgehen sollte. Ende 2010 gibt es Kontakt mit voll ausgebildeten Viewern, die zu der Zeit rar gesät sind. Teilnahme an der ersten, operationalen Stufe 6-Session (eine Vermisstensuche).

2011:
Autodidaktisches lernen und praktizieren mit den Grundlagen der Stufe 6. Erster Vortrag auf einem Remote Viewing-Kongress in Erfurt zum Thema „Target-Kontamination“. Teilnahme an ersten, rv-spezifischen Sendungen und Podcasts. Veröffentlichung erster Artikel in Fachliteratur und online.

2012:
Formale Ausbildung in der Stufe 6 und Ausbildung eines neuen Teams, mit dem umfassende, operationale Projekte online und vor Ort durchgeführt werden. Vortrag zu einem dieser Projekte auf einem weiteren Remote Viewing-Kongress in Erfurt. Eröffnung dieses Blogs im Oktober 2012.

2013:
Viele weitere Projekte, Experimente und Artikel. Darunter ein mehrmonatiges Solo-Projekt und erste interdisziplinäre Ansätze (z.B. Remote Viewing in Kombination mit Rückführungen). Erstmals auch ein Wunschtarget für CROPfm netradio.

2014:
Fortführung der Projekte und Experimente. Verstärkter Fokus auf den persönlichen Alltagsnutzen von Remote Viewing (Optima, Lokalisierungen etc…). Veröffentlichung eines Video-Tutorials bis Stufe 3 für neugierige Neulinge.

2015:
Erste Teilnahme an Remote Viewing-Seminaren als Co-Trainer. Weiteres, komplexeres Wunschtarget-Projekt für CROPfm netradio. Mehrere Beiträge in Print-Literatur.

2016:
Hauptberufliche Tätigkeit als Remote Viewing-Ausbilder und Recherche-Dienstleister. Besuche von verschiedenen Veranstaltungen in dieser Tätigkeit. Weitere Veröffentlichungen von Online-Artikeln.

2017:
Erste Vesuche mit gemeinsamen Bestrebungen, Remote Viewing im Dienstleistungs- und Forschungsbereich zu professionalisieren. Später auch Bündelung von interdisziplinären Expertisen. Weiteres Wunschtarget-Projekt bei CROPfm, dieses Mal zum Thema Kornkreise. Später erstes, interdisziplinäres Wunschtarget-Projekt zum Thema Zukunft.

2018:
Gründung der Academy of Mind, einer Art Dachverband für Forschungen und Dienstleistungen im Grenzwissen-Bereich (u.a. Remote Viewing, Magie, Coaching…). Erste Projekte und interdisziplinäre Experimente in einer neuen Online-Community. Viele weitere Veröffentlichungen, darunter auch wieder in Print-Form.

2019:
Physischer Ausbau der Academy of Mind, u.a. für Remote Viewing-Seminare vor Ort. Weiteres Wunschtarget-Projekt für CROPfm

Mal sehen, wie die Remote Viewing-Welt im deutschsprachigen Raum (und global) in weiteren zehn Jahren aussehen wird…

Artikel im NEXUS-Magazin 80

Ich habe einen 15-seitigen Remote Viewing-Artikel im NEXUS-Magazin 80 (Dezember-Januar 2019) veröffentlicht. Unter dem Titel „Fernsehen war gestern – Die nächste Generation der Hellseher“ werden dort vor allem die aktuellen Entwicklungen in der deutschsprachigen Szene und umfangreiche Beispiele aus unseren Projekten behandelt.

NEXUS 80

Weitere Themen in diesem Heft:

– Therapie mit Tönen
– Virtuose der Elektrotechnik
– Magic Mushrooms als Therapeutikum
– Der Urknall hat nie stattgefunden
– Kornkreise im Jahr 2018
– Nichtthermische Wirkungen von EM-Feldern und der neue Mobilfunktstandard
– Die Priore-Maschine
– Die verbrannte Stadt – Zeuge einer matriachalen Vergangenheit
– MJ-12-Dokumente schon lange als Fälschung entlarvt

Ausbildung vs. Selbstlernen

Remote Viewing-Seminar

Ein Thema, das seit vielen Jahren in der Remote Viewer-Szene leidenschaftlich diskutiert wird, und vor allem mit der „Generation Skype“ (Remote Viewer, die vor allem Online-Sessions per Video-Messenger machen) aufkam: Braucht man unbedingt kostspielige Seminare bei erfahrenen Trainern, oder kann man sich Remote Viewing auch problemlos aus Lehrbüchern bzw. Tutorial-Videos beibringen? Vereinfacht gesagt, geht natürlich beides. In der Praxis zeigte es sich jedoch bisher eher problematisch…

Die Frustfabrik
Frust-Kubus

Bis auf ganz wenige Ausnahmefälle, verschleppten reine Selbstlerner oft jahrelang unbemerkt Fehler im Ablauf. Analythische Überlagerungen (AUL) waren ein hartnäckiges Dauerproblem, da nie ein vernünftiges AUL-Management gelernt werden konnte. Schließlich führte es dazu, dass frustriert aufgegeben wurde, und sogar ganze Selbstlerner-Communites, in denen kein einziger ausgebildeter Remote Viewer beteiligt war, nach einiger Zeit in völliger Inaktivität versandeten. Das konnte man in den vergangehen Jahren sowohl in der deutschsprachigen Szene, als auch international beobachten. Ein interaktives Seminar mit Trainern und anderen Trainees, kann hingegen innerhalb weniger Tage alle typischen Verständnisfehler ausräumen, und dadurch eine solide Grundlage für einen sauberen Start ins Remote Viewing schaffen.

Staubsaugervertreter?

Der angehende Autodidakt mag hier die Intention erkennen, dass um jeden Preis Seminare verkauft werden wollen. Das kann man ihm aus dieser Sicht heraus auch nicht verübeln, denn Einige von uns dachten früher ähnlich. Auch die Einstellung, dass man mti geistigen Techniken generell kein Geld verdienen darf, spielt bei manchen „Spiritualisten“ sicherlich eine Rolle. Der Autor dieses Artikels muss jedoch in aller Ehrlichkeit feststellen, dass er fast drei Jahre versucht hat, Remote Viewing aus Lehrbüchern und zusammen mit anderen Unausgebildeten zu lernen, bevor er sich endlich entschloss, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren.

Raketenstart

Eigentlich ging es erst ab diesem Punkt ging es richtig los, und zwar ohne den Frust verschleppter Fehler oder unnachgiebiger „AUL-Ritte“. Ironischerweise fing dort auch die wahre Autodidaktik an, denn aufgrund dieser soliden Praxisgrundlage war es nun möglich, die Technik sauber und ungehindert einzusetzen. Es folgten bald viele Forschungsprojekte, Vorträge auf Kongressen, Veröffentlichungen und persönliche Weiterentwicklungen der Technik. Das alles wäre ohne vernünftige Basis einfach im Sande der Verständnisprobleme stecken geblieben, oder hätte zumindest viele Jahre länger gedauert.

Obsolet oder wichtig?

Natürlich soll hier keinesfalls das Selbstlernen oder nicht-interaktives Lehrmaterial kleingeredet werden. Lehrbücher und Tutorials haben absolut ihre Daseinsberechtigung und sind aus mehreren Gründen wichtig: Man kann darin notfalls immer nochmal nachschlagen, Neulingen gute Vorabinformationen bieten und die Technik an sich für die Welt bewahren, indem sie in Buchform einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird. Die Zeit vor der professionellen Ausbildung fand der Autor zudem sehr wertvoll, um Erfahrungen zu sammeln, und um eine Perspektive auf das hier beschriebene Problem zu bekommen. So ähnlich muss man sich in den frühen Jahren am Stanford Research Institute (SRI) gefühlt haben, als man Remote Viewing dort entwickelte.

Gipfel erklimmen

Letztlich spart man sich jedoch viel Zeit (in gewissem Sinne auch Geld), Nerven und frustrierende Sackgassen, wenn man die Technik direkt von erfahrenen Trainern lernt. Statt einen langwierigen, holprigen Start hinzulegen, kann man damit direkt vom aktuellen Status Quo der Entwicklung aus starten, und die Technik sofort ungehindert für sich einsetzen. Einige werden sie vielleicht sogar sinnvoll weiterentwickeln und ihre Vorgänger überflügeln. Denn das ist dann eine wahre Weiterentwicklung für sich, sein Umfeld und die grenzwissenschaftliche Praxisarbeit im Allgemeinen.

Spektakuläre Fälle aus der Frühzeit des Remote Viewing

Vier aufsehenerregende Fälle
spektakulaere-faelle-aus-der-fruehzeit-des-remote-viewing_top-secret

Schon aus den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als das Remote Viewing in der heutigen Form gerade entwickelt wurde, sind einige herausragende Fallbeispiele bekannt. Insbesondere, seitdem die geheimen Projekte ab 1995 in mehreren Schritten unter dem Freedom of Information Act (FOIA) offengelegt wurden, und das Thema einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde.

Es gelangten jedoch schon vorher einige Fallbeispiele in die Öffentlichkeit, u.a. durch Dokumentarfilme aus den frühen 1980ern. Andere waren hingegen noch bis vor wenigen Jahren unter Verschluss. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass die Technik des Remote Viewing an sich garnicht der Geheimhaltung unterlag. Die militärischen und geheimdienstlichen Projekte, in denen sie zwischenzeitlich eingesetzt wurden, allerdings schon. Und somit natürlich auch die Unterlagen zu den tatsächlichen Spionage-Einsätzen in den damaligen Einheiten.

Vor kurzer Zeit wurden wiederum tausende von Dokumenten freigegeben, die uns weitere Einblicke erlauben. Für diesem Artikel habe ich vier besonders aufsehenerregende Fälle herausgesucht, wovon einige auch dazu beitrugen, die frühen Forschungen zu finanzieren.

Die Ringe des Jupiter (1973)

1973, noch während der frühesten Fernwahrnehmungsexperimente am Stanford Research Institute, wurde dem Medium Ingo Swann das Beschreiben von irdischen Motiven in Briefumschlägen zu langweilig. Daher gab man ihm irgendwann den Planeten Jupiter als Ziel. Hierbei sollte sich auch herausstellen, ob man Orte beschreiben kann, an denen noch kein Mensch zuvor war. Neben detaillierten Beschreibungen der Jupiter-Atmosphäre und Andeutungen eines festen Kerns, zeichnete Ingo Swann auch einen feinen Ring um den Planeten. Das löste damals Verwunderung aus, denn man wusste ja, dass der Jupiter (im Gegensatz zum Saturn), gar keine Ringe besäße. Es gab also seinerzeit keine astronomischen Beweise für ein Ringsystem um Jupiter. Dies änderte sich jedoch im Jahre 1979, als die Voyager-Sonden tatsächlich ein dünnes Ringsystem um Jupiter entdeckten.

Das Ringsystem war nur von der Rückseite des Planeten im Gegenlicht zur Sonne erkennbar, jedoch nicht von der Erde aus. Dieses überraschende Detail aus Ingo Swanns Session wurde also mit ein paar Jahren Verspätung bestätigt. Zugleich hatte man dadurch ein Indiz, dass auch Orte und Details beschrieben werden können, die noch kein Mensch zuvor gesehen hat. Es kursiert nämlich manchmal noch die Auffassung, dass man lediglich Dinge viewen könnte, die im kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit abgespeichert sind, also schonmal von einem Menschen gesehen wurden. In dem Fall bestünden also nur die zwei Möglichkeiten, dass Menschen bereits die Ringe des Jupiters vor den Voyager-Sonden gesehen haben, oder dass wir doch Informationen von allen möglichen Orten im Universum abrufen können, ohne je dort gewesen zu sein.

Freigegebenes Originaldokument:
https://www.remoteviewed.com/wp-content/uploads/2017/06/Remote_viewing_Jupiter_1973.pdf

Waldhütte vs. Satellitenabhöranlage (1973)

Ein in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannter Fall, der jedoch die wohl eine große Hysterie im damaligen Geheimdienstumfeld auslöste, war das zufällige Viewing einer Satellitenabhöranlage. Diese auch als “Sugargrove” bekannte Anlage war seinerzeit als hochgeheim eingestuft, so dass niemand aus dem Forschungsteam davon wissen konnte. Doch eigentlich sollte im Rahmen dieses frühen Experimentes etwas ganz anderes geviewt werden:

Man bat eine außenstehende Person, ein Target mit Geo-Koordinaten auszugeben, von dem keiner im Forschungsteam wissen konnte, was sich dort befindet. Die Person wählte dazu eine kleine Waldhütte, die sie sich gerade erst in den Wäldern von Virginia gebaut hatte. So wurde sichergestellt, dass es niemand im Team wissen konnte. Der erste Viewer beschrieb zwar etwas im Wald, was jedoch völlig anders als eine Waldhütte wirkte. Er nahm eine große, umzäunte Anlage wahr, die aus umlaufenden Straßen, Satellitenschüsseln, einem Pförtnerhäusschen, Garagen mit Rolltoren und unterirdischen Strukturen mit mehreren Stockwerken bestand:

Nachdem die Ergebnisse eintrafen, wurden sie sogleich als Unsinn eingestuft, denn man hatte offensichtlich keine Waldhütte beschrieben. Die große Verunsicherung kam jedoch, nachdem noch ein weiterer Viewer auf das Target angesetzt wurde, der dabei das Gleiche beschrieb, wie der erste Viewer. Mehr noch: Er war sogar in der Lage, in die unterirdischen Stockwerke der Anlage zu schauen, und konnte dort Namensschilder des Personals und Projektnamen auf Aktenordnern lesen. Als man die Ergebnisse meldete, brach sofort ein großes Chaos aus, und Sicherheitskräfte tauchten auf. Was hatte man bei diesem scheinbaren Fehlschlag beschrieben?

Es stellte sich heraus, dass sich einige hundert Meter abseits der Waldhütten-Koordinaten, eine geheime Satellitenabhöranlage befand. Diese wies alle Merkmale auf, die von den beiden Viewern beschrieben wurden. Besonders alarmierend fand man jedoch, dass die Namensschilder und hochgeheimen Projektnamen, die einer der Viewer lesen konnte, tatsächlich existierten.

Gab es ein Sicherheitsleck innerhalb des eigenen Geheimdienstes? Oder hatte man es tatsächlich mit funktionierender Fernwahrnehmung zu tun, die hier eher versehentlich das Potential zur PSI-Spionage demonstrierte? Nach umfassenden Überprüfungen des Vorfalls stellte man Letzteres fest, und förderte das Projekt weiter.

Das Talent von einem der Viewer, Schilder und Namen im Zielgebiet zu lesen, stellte sich dabei als eine sehr seltene Fähigkeit heraus. Zudem gelangte man zu der Erkenntnis, dass die Aufmerksamkeit von Viewern im Zielgebiet abgelenkt werden kann, wenn es in der Nähe etwas viel Interessanteres gibt, oder das Tasking nicht präzise genug ist. Die Geo-Koordinaten der Waldhütte sollen nämlich auch nicht völlig präzise gesetzt gewesen sein, weshalb die Viewer wahrscheinlich in der Nähe davon im Wald landeten, und sich entsprechend das nächst-interessantere Merkmal im Zielgebiet suchten. Denn so scheint das Unterbewusstsein beim Remote Viewing häufig vorzugehen, wenn es nicht genau weiß, was es betrachten soll.

Freigegebenes Originaldokument:
https://www.cia.gov/library/readingroom/docs/CIA-RDP96-00791R000100480002-4.pdf

Der Kran von Semipalatinsk (1974)

Ein weiteres frühes Experiment, dieses Mal jedoch bereits im operationalen Spionage-Bereich angesiedelt, war die Semipalatinsk-Session von Pat Price. Diese Session, mit einer Skizze des markanten Krans, wird gerne in der Fachliteratur zitiert. Das Experiment war eine Folge des zufälligen Sugargrove-Viewings, welches dazu führte, die Technik weiter für den Spionagebereich zu erforschen. Um mehr über die Spionagetauglichkeit der außersinnlichen Techniken herauszufinden, wählte man eine Anlage im sowjetischen Semipalatinsk als Zielgebiet. Pat Price beschrieb hierbei u.a. einen riesigen, fahrbaren Kran auf Schienen, welcher sich auf dem geviewten Gelände befand. Er beschrieb ihn als so groß, dass ein stehender Mensch nur bis zu den Rädern reichen würde. Luftaufnahmen bestätigten tatsächlich einen solchen Kran vor Ort, der eine sehr große Ähnlichkeit mit Pat Price’s Zeichnung hatte.

Neben dem Kran, der auf den Überwachungsfotos sehr gut erkennbar war, konnte er weitere Strukturen beschreiben, die als geheime Waffenprojekte identifiziert wurden, und die sich einige Jahre später bestätigten. Dieses Experiment sah man seinerzeit als großen Erfolg an, welcher den geheimdienstlichen Wert der Technik abermals unterstrich. Folglich kam es zu weiteren Spionage-Projekten mit Fernwahrnehmungstechniken, die einige Jahre später im Coordinate Remote Viewing-Protokoll mündeten.

Freigegebenes Originaldokument:
https://www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP96-00787R000100110001-0.pdf

Das U-Boot der Typhoon-Klasse (1979)

Joseph McMoneagle, auch bekannt als „Viewer 001“ des militärischen Remote Viewing-Programms, sorgte mit Sessions auf ein riesiges, sowjetisches U-Boot für Unglauben und Aufsehen. Dabei sollte er herausfinden, was innerhalb riesiger Marine-Bunker im sowjetischen Sewerodwinsk passierte. Diese Bunker befanden sich seltsamerweise hunderte Meter abseits des Wassers. Innerhalb der Bunker erkannte Joseph McMoneagle eine Werft, in der ein neues, übergroßes U-Boot zusammengebaut wurde:

Er beschrieb dabei u.a. die vorne (statt üblicherweise hinten) angebrachten Waffensysteme mit zahlreichen Interkontinentalraketen und sehr ungewöhnliche Arbeitsvorgänge bei der Konstruktion. So wurde das U-Boot beispielsweise aus zwei großen Röhrenstücken konstruiert, die man hinterher zusammenfügte. Unter Ingenieuren lösten die Ergebnisse Unglauben aus, da so eine U-Boot-Konstruktion dem Druck in der Tiefe nicht standhalten könne. Joseph McMoneagle machte auch eine auf wenige Tage genaue Vorhersage, wann das U-Boot zu Wasser gelassen werden würde. Später bestätigten sich all seine Eindrücke durch herkömmliche Spionage-Ergebnisse:

Das übergroße, knapp 173m lange U-Boot existierte tatsächlich. Um es von der isolierten Werft ins offene Wasser zu bringen, wurde erst nach der Fertigstellung des U-Bootes ein spezieller Kanal angelegt. Die zweifelnden Ingenieure wurden damit eines Besseren belehrt, weil sie selber nicht wussten, wie man so ein U-Boot bauen kann. Es wurde später unter der NATO-Bezeichnung „Typhoon“ bekannt, und nannte sich im Original „Akula“-Klasse (https://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_941).

Ein hochrangiger Offizier und Skeptiker innerhalb des Militärs nannte diese Sessions übrigens, trotz exakter Beschreibungen der Größe, Konstruktionsweise, Waffensysteme und ungefährer Auslaufzeit, einen “Glückstreffer”. Ein bemerkenswertes, und leider nicht einmaliges Beispiel von „Es kann nicht sein, was nicht sein darf…“ aus den Pionierzeiten der PSI-Spionage.

Freigegebenes Originaldokument:
https://www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP96-00788R000100120001-8.pdf

Geheimdienstlicher Nutzen?

Wenn man sich mit der Geschichte des militärischen bzw. geheimdienstlichen Remote Viewing beschäftigt, wird man schnell auf die Argumentation stoßen, dass das Programm keinen geheimdienstlichen Nutzen erbracht hätte. Deshalb wurde es im Jahre 1995 offiziell beendet und im so genannten AIR-Report offengelegt.

Da das Programm jedoch auf jährlicher Basis über einen Zeitraum von knapp 23 Jahren mit insgesamt über 20 Millionen Dollar finanziert wurde, muss es wohl einen gerechtfertigten Nutzen gehabt haben. Davon zeugen auch die hier vorgestellten Beispiele. Aber auch die anekdotische Literatur, Interviews und Vorträge der damaligen Remote Viewing-Veteranen bezeugen den Nutzen, da sie regelmäßig neue Aufträge von verschiedenen Geheimdiensten, Militär, Drogenfahndung, Küstenwache und sogar der NASA (inoffiziell) erhielten.

Demnach kann man spekulieren, dass mit der Zeit einfach zuviel von dem Programm an die Öffentlichkeit gelangte, und man es dann 1995 als „unwirksam“ hinstellte. Denn starke Leaks gab es bereits ab 1989 durch ehemalige Teilnehmer des Programms (inkl. kommerzieller Angebote im zivilen Bereich). In Wirklichkeit hat man deshalb vielleicht mit einer neuen Einheit im Verborgenen weitergemacht, was auch die Veteranen der frühen Einheiten vermuten. So ein Vorgehen würde man “Whitewashing” nennen. Auch damalige Mitarbeiter am AIR-Report (wie Prof. Jessica Utts), sehen die Sache differenzierter. Heutzutage ausgebildete Remote Viewer, von denen es inzwischen weltweit tausende gibt, wissen natürlich, wie gut es funktioniert. Daher wäre es schlicht unlogisch, dass Geheimdienste diese vergleichsweise günstige Technik zur Informationsgewinnung einfach verwerfen würden.

Das komplette, freigegebene STARGATE Dataset als Download (3,1 GB):
https://archive.org/download/STARGATEDataset/StargateDataset.zip

Sind Target-Generatoren sinnvoll?

Wenn Targets von Computern erstellt werden

Im Netz kann man einige Target-Generatoren finden, die zufällig erstellte Targetnummern mit Fotos verbinden, und daraus automatisierte Übungstargets erstellen. Ausgebildete Remote Viewer wissen jedoch, wie wichtig die Intention des Taskers bei der Erstellung des Targets sein kann. Aber kann das bei simplen Foto-Targets auch ein Computerprogramm für den Übenden übernehmen? Vereinfacht gesagt muss man wohl sagen, ja. Kleine Testreihen haben gezeigt, dass diese Targets ebenso beschrieben werden können, wie von menschlichen Taskern zusammengestellte Foto-Targets. Wieso funktioniert das? Wenn doch keine menschliche Intention bei der Erstellung des Targets im Spiel ist?

Ankerpunkte

Bei den von Computern zusammengestellten Foto-Targets gibt es schon einen großen Anker: Das Foto an sich! Und zwar im Gegensatz zu operationalen Targets, bei denen die gesamte Anweisung meist in der Targetformulierung liegt. Fotos kommen dabei nur selten zum Einsatz, und wenn, dann meist nur als Zusatzhilfe (z.B. für Mapping-Markierungen). Mit dem Foto der computererstellten Targets hat der Viewer etwas, woran er sich festhalten kann. Und da die Verknüpfung mit der computergenerierten Targetnummer ebenfalls funktioniert, scheint die dumpfe „Intention“ eines Computers, bzw. die des Programmierers in dem Fall zu genügen.

Ein theoretisches Problem könnte man sich hier dennoch vorstellen: Der Viewer kommt vielleicht nicht so gut „on target“, wie bei menschlich erstellten Foto-Targets. Denn neben dem eigentlichen Target-Ort und der Zeit, die durch das Foto repräsentiert und verankert wurden („abgebildetes Target zum Zeitpunkt der Aufnahme“), hat man hier auch noch das Foto an sich. Dieses ist entweder ein Scan eines Papierfotos oder gänzlich digital. Und dort könnte es passieren, dass man als Viewer nicht nur die abgebildete Umgebung beschreibt, sondern auch das Papier, die Druckerfarbe oder die elektronischen Prozesse hinter einem reinen Digitalfoto. In der Regel sollte man als Viewer eines solchen Targets jedoch im abgebildeten Zielgebiet landen, da dieser Anker wohl stärker ist, als die materielle Beschaffenheit des Fotos an sich.

Target-Generatoren im Remote Viewing-Alltag

Für ein paar schnell generierte Foto-Targets zur Übung machen Target-Generatoren also durchaus Sinn. Gerade Anfänger können davon profitieren, wenn es keine ausreichende Quelle an von Menschen gemachten Übungstargets gibt. Allerdings ist das so genannte „Bildchen-Viewen“ auch nur zur Übung und „Kalibrierung“ gedacht. Durch Foto-Targets erhält man ein verifizierbares Feedback, auch bei geringer Datendichte. Ganz frische Einsteiger können sich somit auch selbst beweisen, dass Remote Viewing funktioniert.

Der tatsächliche Remote Viewing-Alltag besteht jedoch aus opertionalen Targets, bei denen Fotos meist keine Rolle spielen, bzw. nur als zusätzliche Zugangshilfe dienen. Hier hängt alles an der Target-Formulierung, den verwendeten Kodierungen und der Herangehensweise im Zielgebiet. Daher sind operationale Targets stets individuelle Formulierungen mit speziell für dieses Target entwickelten Aufgabenstellungen. Solange es noch keine menschengleiche KI gibt, versteht sich von selbst, dass sowas kein automatischer Target-Generator leisten kann. Denn es erfordert Planung, kreatives Denken und Improvisation.

Bildchen-Viewen vs. operationales Remote Viewing

Weil man als Viewer nicht nur hunderte Foto-Targets zur Übung viewen will, sondern irgendwann auch mal an Informationen gelangen möchte, die nicht auf Fotos enthalten sind, sollten ein paar Dutzend menschlich ersteller Foto-Targets eigentlich genügen. Denn wie soll es Ingo Swann damals schon gesagt haben: „Wenn ihr wissen wollt, was in dem Umschlag ist, macht ihn auf!“. Dieser Ausspruch soll entsanden sein, als man ihn ständig nur Beweis-Sessions auf Fotos in Umschlägen machen ließ, und er dadurch seine Fähigkeiten herabgewürdigt und unnütz angewendet sah.

Oder anders ausgedrückt: Ein Satellitenfoto eines Bunkers wird nichts nützen, wenn der Viewer nur das beschreibt, was sowieso auf dem Foto zu sehen ist. Er muss das Innere des Bunkers beschreiben, wenn man Informationen erhalten möchte, an die man auf anderem Wege nicht herankommt. Und genau dort beginnt das operationale Arbeiten, was nur ein menschlicher Tasker bzw. Monitor übernehmen kann. Oft geht es darum, Dinge zu beschreiben, von denen keine Fotos existieren. Ein typisches Beispiel hierfür wäre eine Ereignisaufklärung. Und dort geht es nur noch mit rein operativen Target-Formulierungen.

Befriedigende Übungstargets

Nach rund zehn Jahren Remote Viewing-Erfahrung und Hunderten von Sessions, erscheinen mir menschlich erstellte Übungstargets als der eleganteste Weg. Elegant heißt hier natürlich nicht bequem, denn als Tasker muss man das Target selbst zusammenstellen und zudem wissen, was man tut (Stichwort Target-Kontamination). Ein vernünftiges Übungstarget besteht aus einer passenden Target-Formulierung (z.B. „Beschreibe das Target zum Zeitpunkt der Aufnahme!“), dem Target-Foto an sich und gesonderten Zusatzinformationen, die dem Viewer nach der Auflösung des Targets zusätzliches Feedback bieten.

So können Informationen hinzugefügt werden, in welcher Situation das Foto entstanden ist, was es vor Ort an Besonderheiten gab und wie sich die typischen Eindrücke dieses Targets in bisherigen Sessions gezeigt haben (zu erwartende Farben, Oberflächen etc…). Zudem ist es immer nützlich, wenn weitere Fotos, Geo-Koordinaten oder gar Videoclips der Target-Umgebung beigefügt werden, falls der Viewer Dinge außerhalb des Hauptfotos beschrieben hat. Denn er beschreibt ja nicht das Foto an sich, sondern begibt sich in der Regel in den abgebildeten Ort zum Zeitpunkt der Aufnahme.

Alternative für Solo-Viewer

Wo ein Target-Generator ganz klar vorteilhaft ist, sind Übungssituationen für Solo-Viewer. Sind nämlich diverse Target-Quellen im Netz erschöpft bzw. kein qualifizierter Tasker verfügbar, kann man sich als Solo-Viewer per Target-Generator schnell ein Übungstarget erstellen lassen. Und das, ohne dass man vorher erst einen großen Solo-Pool anlegen muss. Der Solo-Pool beinhaltet zudem die Gefahr von Vorannahmen, wenn man ungefähr ahnt, was sich darin befindet, selbst wenn man die Targetnummern nicht (bewusst) auswendig weiß.

Geht es jedoch um spezielle Wunsch-Targets, kommt man auch als Solo-Viewer nicht um einen selbst erstellten, gut durchmischten und vielfältigen Solo-Pool herum. Dabei sei auf jeden Fall angeraten, dass man die Targets ein paar Wochen liegen lässt, um die Inhalte möglichst zu vergessen, und so Vorannahmen zu minimieren. Auch mehrere, unspezifische Solo-Pools sind möglich.

Der Ernstfall: Bilokation und Detoxing

Wenn der Ausflug in die Matrix ungemütlich wird…

Beim Remote Viewing verschiebt der Viewer seine Wahrnehmung auf ein räumlich und oft auch zeitlich entferntes Zielgebiet. Dabei kann es mehr oder weniger zu ausgeprägten Effekten von Bilokation kommen. Das ist an sich noch kein Problem, und trägt zum Teil sogar zu einer größeren Datendichte bei. Eine Gefahr ist dabei jedoch, dass unser vegetatives Nervensystem im Falle einer Bilokalität manchmal nicht mehr unterscheiden kann, ob die hereinkommenden Informationen nun als physische Realität zu bewerten sind, oder eben nicht. Dies kann vorkommen, wenn der Umschaltprozess zwischen dem bewertenden Verstand bzw. „Hier“-Körperbewusstsein, und den außersinnlichen Informationen nicht völlig abgeschlossen ist.

Solche bilokalen Effekte treten daher meist schon im Verlauf der Stufe 1 auf, seltener jedoch in den höheren Stufen. Man könnte vereinfacht sagen, dass unser Körper bei einer solchen Bilokation auf die Umgebungsbedingungen in der Session reagiert, so als wurde er sich selber ungeschützt vor Ort befinden. Ein häufiges Beispiel ist das Gefühl von Höhenangst, wenn ein Viewer mit dieser Phobie z.B. einen hohen Turm, einer Brücke oder eine Luftaufnahme viewt. In solchen Fällen kann dem Viewer mit einer einfachen Bewegungsanweisung geholfen werden (z.B. „Bewege dich mal dorthin, wo es für dich angenehmer ist!“). Es gibt jedoch weitaus seltenere Beispiele, bei denen der Körper ungleich heftiger reagiert.

Ein Musterbeispiel für Bilokalität: Atemnot auf dem Mars

So kam es einmal vor, dass der Autor dieses Artikels von jemandem auf die Oberfläche des Mars geschickt wurde. In der Stufe 1 eigten sich mir schon die ersten, typischen Farben und Gesteinseindrücke des Mars (ocker, rötlich, staubig, steinig, rissig etc…). Aber nach kurzer Zeit überkam mich ein Gefühl der Nervosität und Genervtheit, welches sich immer mehr intensivierte. Ich kam bis zum zweiten Durchlauf der Stufe 1, als ich irgendwann keine vernünftigen Worte mehr auf das Papier bringen konnte. Mein Gefühl schlug in extremen Stress und Alarmiertheit um, so dass ich die Notbremse zog. Ich brachte noch die abschließende AI „Fühle mich sehr komisch“ und „Stop“ auf das Papier, bevor ich die Session abbrach. Das war bisher noch nie geschehen.

Einfach die Session beenden reicht oft nicht

Nach dem Abbruch der Session wurde mir sehr schummrig. Es fühlte sich an, wie bei einem starken Kreislaufproblem. Das nervöse Gefühl aus der Session war jetzt so, als würde ich nicht genügend Luft bekommen. Zudem fingen meine Arme an zu zittern, so dass ich sie nicht mehr unter Kontrolle bekam. Der weitere Verlauf war, dass ich noch mehrere Stunden in dem Zustand am Schreibtisch saß, und versuchte, das Zittern unter Kontrolle zu kriegen. Mein (unerfahrener) Monitor wurde ratloser Zeuge dieses Vorgangs, und stellte fest, wie blass ich plötzlich wäre. Irgendwann ergriff ich Maßnahmen zur „Erdung“, indem ich Liegestütze auf dem Boden machte, und etwas aß. Das schien zu helfen, und der zittrige Zustand verschwand allmählich. Insgesamt waren die Auswirkungen dieses Zustandes jedoch noch für mehrere Stunden spürbar. Wenige Tage nach dem Erlebnis berichtete ich in einem Gastartikel für ein Online-RV-Magazin davon.

Selbstanalyse

Während ich mich bei dem Erlebnis selbst beobachtete, stellte ich fest, dass es keinerlei psychische oder emotionale Auswirkungen zu haben schien, sondern nur rein körperliche. Ich fand die Erfahrung sogar in gewisser Weise interessant, und analysierte sie währenddessen ausgiebig. Im Nachhinein wurde mir klar, dass ich körperliche Symptome hatte, die wohl dem entsprechen würden, was einem Menschen auf der Marsoberfläche ohne Raumanzug passieren würde. Das Gefühl mit dem Sauerstoffmangel kannte ich sogar aus einem Erlebnis, bei dem ich als Kind im Schwimmbad zu lange unter Wasser war, aber gerade noch rechtzeitig vor einem Blackout an die Oberfläche gelangte.

Abhärtung in der Matrix

Im Nachhinein bin ich dankbar für diese „Feuertaufe“, denn damit konnte ich mich zukünftig auf solche Effekte einer Bilokation einstellen. Ich habe inzwischen an sehr vielen operationalen Sessions auf lebensfeindliche Planeten mitgewirkt, und dort kam es nur noch einmal zu einer ähnlichen Situation. Da diese Erfahrung aber bereits abgespeichert war, konnte ich souverän darauf reagieren, und die Session weiterführen. Ein Viewer mit wenig Erfahrung sollte jedoch die Möglichkeit solcher Zwischenfälle immer im Hinterkopf behalten, besonders wenn er sich auf exotische Targets einlässt. Daher empfehle ich, erstmal ausgiebige Erfahrungen mit „harmlosen“ Targets (sprich, Motive auf der Erde) zu machen, bevor man sich z.B. ins All wagt.

Verantwortungsbewusstsein des Taskers / Monitors

Eine Erfahrung in der Intensität meines Mars-Erlebnisses, könnte für im Vorfeld gefährdete Viewer (z.B. mit Herz-Kreislauf-Leiden) durchaus ein körperliches Risiko darstellen. Daher sind Tasker bzw. Monitore dazu angehalten, sich ihrer verantwortungsvollen Position bewusst zu werden. So sollte man wie gesagt keine Neulinge direkt auf lebensfeindliche Targets schicken. Auch sind eventuelle No Go-Listen zu beachten, die von den Viewern vor jeglicher Projektbeteiligung herausgegeben werden sollten. Durch solche No Go-Listen kann man der Triggerung von Phobien im Target bei gefährdeten Viewern vorbeugen. Der Monitor / Tasker sollte sich stets bewusst sein, dass Remote Viewing (genau wie jede andere außersinnliche Technik) kein Partyspaß ist, sondern auch unerwartete Dinge passieren können.

Sonderfall: Online-Sessions

Da die relativ geringe Anzahl aktiver Remote Viewer zwangsläufig räumliche Distanzen mit sich bringt, behilft man sich inzwischen sehr oft mit Online-Sessions. Diese werden bevorzugt mit videofähigen Messengern (wie Skype, Zoom etc…) durchgeführt, wobei die Webcam des Viewers auf das Session-Papier gerichtet wird.

In Anbetracht der genannten Bilokations-Effekte und ähnlicher Vorkommnisse, sind bei Online-Sessions auf potentiell heikle Targets besondere Vorsichtsmaßnahmen empfehlenswert. So sollten Viewer und Monitor wissen, wo sie sich befinden (Adresse), und immer eine telefonische Ersatzverbindung bereitliegen haben, falls die Online-Verbindung in einem heiklen Moment zusammenbricht. Zudem sollten sowohl Monitor, als auch Viewer die gängigen „Detoxing“-Techniken beherrschen (siehe auch „Detoxing“ weiter unten im Artikel).

Letztlich sind Vor Ort-Sessions immer den Online-Sessions vorzuziehen, da man auch an der subtilen Körpersprache des Viewers bemerken kann, wenn sich etwas anbahnt. Im Fall von Bilokation mit lebensfeindlichen Umgebungen kommt z.B. oft ein tiefes bis hyperventilierendes Atmen vor. Aber auch ungewöhnlich ansteigende Nervosität kann ein Warnzeichen sein. Zudem hat man bessere Möglichkeiten, dem Viewer physisch zu helfen, und sei es im Extremfall durch kräftiges Schütteln. Leider sind die meisten Viewer auf Online-Sessions angewiesen, insbesondere wenn es eilig ist. Deshalb kann man nur auf die genannten Maßnahmen verweisen, und bei operationalen Sessions auf erfahrene Viewer und Monitore setzen.

Selbstschutz-Reaktionen des Viewers

Neben den seltenen Vorkommnissen, bei denen der Viewer von der Bilokalität voll erwischt wird, gibt es auch noch unterbewusste Selbstschutz-Reaktionen. So kommt es z.B. bei vielen Foto-Targets im Weltraum vor, dass sich der Viewer mitten im Raumanzug des abgebildeten Astronauten wiederfindet. Es scheint, als würde sich das Unterbewusstsein des Viewers selber den sichersten und angenehmsten Ort im Zielgebiet suchen. Hier können Bewegungsanweisungen helfen, damit der Viewer das Target aus dem gewünschten Blickwinkel beschreibt. Es kann jedoch sein, dass er die Neupositionierung in solchen Fällen verweigert, weil es im Vakuum des Alls zu unangenehm ist. Das ist aber auch nicht die Regel, denn es gibt viele Sessions, in denen sich die Viewer auch mitten im All pudelwohl fühlen, und die „Aussicht“ genießen.

Strahlende Viewer-(Ver)Blendung

Ein weiteres Beispiel aus früheren Zeiten sind Übungs-Sessions auf den Atomtest im Bikini-Atoll. Heutzutage verzichtet man auf so extreme Targets im regulären Training. Aber von damals sind Fälle bekannt, in denen sich der Viewer regelrecht vom Atompilz abwandte, und lediglich die idyllische Palmenlandschaft hinter sich beschrieb. Auf eine Bewegungsanweisung hin, bei der er in Richtung Atompilz schauen sollte, tat er seinen Widerwillen kund; dort wäre es nämlich unglaublich heiß, grell und stickig. Kein Ereignis, bei dem Menschen in der Nähe sein sollten, und sei es auch „nur“ als Bilokation.

Unbewusstes Positionieren

Einen differenzierteren Fall dieser Art hatten wir in einem Solo-Projekt. Bei dem Projekt ging es darum, mehrere Sessions auf ein zufälliges Target durchzuführen, bevor es gelüftet wird. So sollte ein Gefühl für die steigende Datendichte bei mehreren Sesssions in Folge, und vor allem die Geduld vor der Target-Auflösung trainiert werden. Eines der Targets war der Abwurf einer gewaltigen Wasserstoffbombe. Dabei ist überliefert, dass die Bomber-Piloten der Durckwelle gerade noch entkamen, obwohl die Bombe an einem Fallschirm abgeworfen wurde. In drei aufeinanderfolgenden Sessions geschah es nun, dass sich der Solo-Viewer stets im Cockpit des Bombers wiederfand, obwohl das Target-Foto eine Boden-Nahaufnahme der Explosion war. Nur in einer kleinen Skizze innerhalb der drei Sessions wurde sowas wie ein Lichtblitz am Rand wahrgenommen, den der Viewer jedoch nicht weiter untersuchte.

Ein paar Jahre später landete dieses Target jedoch nochmal in einem Target-Pool. Dieses Mal fand sich der Viewer mitten am Fuße der Pilzwolke wieder, und beschreib die Strukturen und Vorgänge („leuchtender Wolkenturm, hochströmen, verdampfen, physikalischer Vorgang“…) aus dieser ungewöhnlichen Perspektive. Dort hatte er auch überhaupt kein Problem mit der unwirtlichen Situation. Man kann also schlussfolgern, dass es darauf ankommt, wie sich das Unterbewusstsein des Viewers im Zielgebiet positioniert, und wie weit die bewertenden Instanzen zurückgezogen sind.

Im Zentrum kosmischer Gezeiten

Ein noch exotischeres Beispiel war eine Reihe von Sessions auf ein Schwarzes Loch im Zentrum unserer Milchstraße. Dabei surfte ein Viewer regelrecht im bizarren Kräftespiel der Gravitation, während ein anderer sich in eine sichere „Tasche aus zeitlich pausierter Raum-Zeit“ (besser konnte man es nicht ausdrücken) zurückzog. Auf die Frage hin, was denn passieren würde, wenn er diesen Bereich verlässt, machte er ziemlich deutlich, dass er von der Gravitation zerdrückt würde. Es scheinen also nicht nur sicherere Orte, sondern auch angenehmere Zeitzustände im Zielgebiet eine Fluchtmöglichkeit zu sein. Die Essenz des Projektes kann HIER nachgelesen werden.

Das waren nur einige plakative Beispiele von vielen derartigen Fällen, die eigentlich schon zum Remote Viewer-Alltag gehören. Erfahrene Viewer gehen damit in der Regel schon gelassener um, aber gerade Neulinge sollten hier behutsam herangeführt werden. Mit jedem weiteren Schritt und jeder Erfahrung steigt die Kompetenz, um solche Effekte vernünftig handhaben zu können. Das führt uns auch zu einem wesentlichen Werkzeug, welches man vor allem bei solch‘ ungewöhnlichen Targets beherzigen sollte…

Detoxing (Entgiftung)

In unseren Seminaren lernt der Trainee die Anweisung „Löse dich vom Target!“ kennen. Am Ende jeder Session macht man standardmäßig drei Striche, um so zu symbolisieren, dass man sich geistig vom Target löst. Die drei Striche symbolisieren dabei Mauern, die man zwischen sich und dem Target aufbaut. Dieser obligatorische Akt reicht jedoch nicht immer aus, um sich vernünftig vom Target zu lösen. Gerade in operationalen Sessions ist eine gründlichere „Entgiftung“ von den Target-Inhalten ratsam. Damit wären wir beim erweiterten Detoxing. Dazu gibt es mehrere Varianten, wovon hier nur mal die zwei gebräuchlichsten vorgestellt werden sollen.

Rückwärts durch die Session Fremdinhalte deklarieren

Ein sehr wirkungsvolles Detoxing-Verfahren ist es, den Viewer die Session rückwärts durchschauen zu lassen. Dabei liest er die von ihm generierten Eindrücke noch einmal bewusst durch. Vor allem bei fremden Bewusstseinsinhalten (z.B. EIs bzw. Fremdemotionen) wird der Viewer nochmal gefragt, ob sie von ihm stammen, oder ob es eine fremde Quelle aus dem Zielgebiet ist. Bereits durch diesen bewussten Akt der Deklaration, differenziert der Verstand des Viewers eigene Inhalte von den Fremdinhalten. Man könnte vereinfacht sagen, „die eigenen AIs von den fremden EIs trennen“. Aber es gibt natürlich noch komplexere Verstrickungen mit Fremdinhalten (Personenwahrnehmung, Interviews…), bei denen der Monitor den Viewer ggf. noch tiefer reinschauen lassen sollte. Grundsätzlich gilt jedoch, dass man zumindest die EIs in Stufe 4 deklariert, und bewusst von seinen AIs (eigenen Emotionen zum Target) differenziert.

Herausführung mit Mauerbau

Gerät der Viewer tatsächlich mal in eine emotionale oder körperliche Not, muss der Monitor eine so genannte Herausführung machen. Dabei lässt er den Viewer erstmal durch Bewegungsanweisungen seine Position wechseln. Diese können z.B. lauten „Bewege dich mal dorthin, wo es dir besser geht!“. Je nach Dringlichkeit und Notlage des Viewers, muss der Monitor sich auch mal energischer durchsetzen. Danach wird der Viewer gefragt, ob es an der neuen Position für ihn besser sei. Ist es nicht besser, bewegt man ihn noch weiter vom Zielgebiet weg, bis er einen annehmbaren Ort findet. Nach jedem dieser Schritte wird eine symbolische Mauer zwischen dem vorigen Ort und dem aktuellen Ort aufgebaut. Dieses Verfahren führt man solange durch, bis der Viewer sich wieder normal und von den betreffenden Inhalten gelöst fühlt. Schließlich führt man ihn noch zurück bis an den Ort, wo er sich gerade physisch befindet und die Session durchgeführt hat. Auch Solo-Viewer sollten diese Technik für den Notfall beherrschen.

Die Betroffenheit des Monitors

Was bisher wenig beachtet wurde ist, dass auch der Monitor durch die Session-Inhalte emotional betroffen werden kann. Allerdings auf eine etwas andere Weise, als der Viewer. Während der Viewer nämlich im Idealfall wertungsfrei und emotional unbeteiligt Eindrücke generiert, erlebt der Monitor den Session-Verlauf mit intakter Wertungsinstanz. Genauer gesagt mit seinem wertenden Verstand und emotionaler Betroffenheit zu den Inhalten, da der Monitor in der Regel das Target, aber nicht unbedingt dessen Inhalte kennt. Oder es kommen Inhalte zu Tage, mit denen der Monitor nicht gerechnet hätte.

Bei besonders dramatischen oder tragischen Targets kam es schon vor, dass dem Monitor die Tränen in den Augen standen, der Viewer sich jedoch wunderte, was den Monitor so betroffen macht. Wenn der Viewer in den höheren Stufen analytisch und emotional soweit „weggeschaltet“ ist, erfolgt oft keine oder nur noch eine reduzierte emotionale Beteiligung an den Target-Inhalten. Es ist im Prinzip ein Idealzustand an Gleichgültigkeit, um möglichst objektive Daten zu generieren. Der Monitor bekommt jedoch durch den Viewer die volle Ladung der Inhalte präsentiert. Der Tragweite dieser Informationen kann er sich nur schwer entziehen. Dieses Phänomen wurde auch schon als „Spiegelneuronen“ bezeichnet.

Die Wahl des richtigen Monitors

Hierbei hängt es natürlich auch von der Persönlichkeit des Monitors und seinem individuellen Bezug zum Target ab, wie sehr er von den Inhalten mitgerissen wird. Ein Ermittlungsbeamter der Mordkommission, welcher jede Woche Opfer sieht, wird wahrscheinlich besser mit den Inhalten einer Session zur Verbrechensaufklärung zurechtkommen, als ein hochsensibler Harmonie-Mensch.

Aus diesem Grund sollte man sich durchaus überlegen, welchen Monitor man für welche Targets auswählt. Da er in der Regel Kenntnis vom Target bekommt, kann er im Gegensatz zum Viewer selbst entscheiden, ob er sich das Thema ansehen möchte, oder nicht. Viewer müssen hier auf die bereits erwähnten No Go-Listen zurückgreifen und darauf vertrauen, dass diese von den Monitoren bzw. Projektleitern uneingeschränkt respektiert werden.