Was ist Remote Viewing?

Bei Remote Viewing (Fernwahrnehmung) handelt es sich um eine Technik, mit der auf außersinnliche Weise Informationen über räumlich (und sogar zeitlich) entfernte Ziele gewonnen werden können. Im Gegensatz zu vagen Begriffen wie „Hellsehen“, oder sonstigen mystifizierten Methoden, gibt es beim Remote Viewing klare und geradezu nüchterne Vorgehensweisen.


Herkunft

Offiziell wurde die Technik des Remote Viewings erstmals zu Beginn der 1970er Jahre am Stanford Research Institute (SRI) entwickelt, und ab Ende der 1970er in einer geheimen Einheit des US-Militärs, und weiterer Regierungsbehörden eingesetzt. Man erkannte, dass damit nützliche Informationen über Orte und Geschehnisse erbracht werden konnten, die mit konventionellen Mitteln (z.B. Vor Ort-Spionage, Luftüberwachung, Satellitenfotos etc…) kaum oder garnicht zu erreichen waren. Einer von mehreren spektakulären Erfolgen war dabei die Entdeckung und exakte Beschreibung eines übergroßen, russischen U-Bootes (Akula-Klasse), während es sich noch innerhalb einer geheimen Werft im Bau befand.

Zu den Auftraggebern der Remote Viewer-Einheit gehörten unter anderem Geheimdienste wie Army INSCOM, CIA und DIA. Aber auch Navy, Drogenfahndung und Küstenwache immer wieder auf die Fähigkeiten dieser Einheit zurück. Da im über 20-jährigen Verlauf des Programms immer wieder neue Aufträge erteilt wurden, und es jeweils auf jährlicher Basis finanziert wurde, darf angenommen werden, dass es sich als effektiv erwies.

Im Jahre 1995 wurde das Remote Viewing-Projekt beendet und offengelegt. Seitdem ist es unter dem Namen „Star Gate“ bekannt, was der letzte Projektname der Einheit war. Die eigentliche Technik wurde schnell durch ehemalige Mitwirkende öffentlich verfügbar und kommerziell angeboten. Offiziell wurde Remote Viewing in einem Abschlussbericht (AIR-Report) als unbrauchbar für geheimdienstliche Aufgaben dargestellt.

Allerdings vermuten Veteranen der damaligen Einheit, und wissenschaftlichen Mitarbeiter aus der Entwicklungsphase, dass das Programm im Geheimen weitergeführt wird, und man es nur offiziell für beendet erklärte, weil seit den 1980ern bereits viele Informationen an die Öffentlichkeit gelangt waren. Somit könnte spekuliert werden, dass das Programm 1995 einfach „weißgewaschen“ wurde. Man kann jedoch inzwischen sagen, dass die „Zahnpasta aus der Tube“ ist, und die Verbreitung der Technik eine große, öffentliche Verfügbarkeit erreicht hat. Nicht zuletzt durch umfangreiche Literatur (Bücher der Veteranen, Lehrbücher etc…), Dokumentationen und Seminarangebote, in denen Jeder diese Technik erlernen kann.


Wie funktioniert Remote Viewing?

Die Frage nach den exakten Mechanismen ist nach wie vor spekulativ. Als Erklärungsmodell könnte man anführen, dass alles in unserem Universum aus Informationsfeldern (in weiterem Kontext wohl auch aus Bewsstseinsenergie) besteht, und dass diese Informationsfelder unabhängig von Zeit und Raum „abgerufen“ werden können (siehe auch Robert Monroes „M-Feld“, Rupert Sheldrakes „morphische Felder“ etc…). Wie kann aber eine Person, die in der Regel nur ihre gewohnten fünf Sinne benutzt, solche Informationsfelder abrufen? Dazu wurden verschiedene Techniken entwickelt, wovon ich eine mal grob anschneiden möchte. In dem Fall die weit verbreitete Technik des Coordinate bzw. Controlled Remote Viewings (CRV), welches auf die ursprüngliche Form des Protokolls zurückgeht.

Beim CRV wird mit einer Art Koordinatenzahl (oder auch „Targetnummer“) gearbeitet, um Verbindung mit dem Ziel (Target) aufzunehmen. Diese Koordinaten haben in sich keinerlei Bedeutung, sondern bestehen aus zufälligen Zahlenfolgen. Diese kann sich der Target-Ersteller willkürlich ausdenken, würfeln oder per Zufallsgenerator erzeugen lassen. Die Zahlen dienen lediglich als eine Art Platzhalter, um eine außersinnliche Verbindung mit dem Target aufnehmen zu können. Der Begriff „Koordinaten“ hat sich eingebürgert, da man in den frühen Entwicklungsphasen tatsächlich noch Geo-Koordinaten verwendet hat. Diese wurden jedoch später in Binärzahlen, und dann in reine Zufallszahlen umgewandelt. Es funktionierte dennoch genauso gut.

Ein Target im Remote Viewing kann folgendermaßen erstellt werden: Man nimmt irgendeine Abbildung einer realen Sache (Foto, Ausdruck, Postkarte…), oder eine Target-Anweisung (z.B. „Beschreibe den Eiffelturm zum Zeitpunkt der Session!“), und schreibt die zufällige Targetnummer auf die Rückseite. Dann steckt man diese Abbildung in einen Umschlag, und schreibt die Koordinaten nochmals sichtbar auf diesen.

Der Remote Viewer bekommt nun den Umschlag mit unbekanntem Inhalt und hat nur die draufgeschriebenen Koordinaten vor Augen. Er kann also unmöglich wissen, was sich auf der Abbildung befindet, ohne den Umschlag zu öffnen. Nun fängt der Viewer an, das so genannte Protokoll abzuarbeiten. Dieses beinhaltet mehrere aufeinander aufbauende Techniken, um mit dem Ziel bzw. dem entsprechenden Informationsfeld Verbindung aufzunehmen.

Die Techniken beinhalten unter anderem genau festgelegte Abarbeitung von empfangenen Eindrücken, Zeichnungen und Fokussierungsmethoden. Den genauen Aufbau und Ablauf des Protokolls kann man einschlägiger Literatur entnehmen, wovon welche am Ende dieses Artikels aufgelistet ist. Ebenso finden sich HIER erste Eindrücke der Protokollstuktur.


Kann jeder Remote Viewing ausüben?

Es scheint kleinere Unterschiede in der Sensitivität und den Wahrnehmungspräferenzen einzelner Personen zu geben (so genannte Rezeptionstypen), aber bisher bin ich bei über 100 Trainees noch niemandem begegnet, der bei entsprechender Ausbildung keine signifikanten Ergebnisse erzielen konnte. Meiner Meinung nach ist mit einer guten Ausbildungsgrundlage und fortlaufender Übung jeder Mensch in der Lage, gute bis spektakuläre Ergebnisse zu produzieren, die deutlich über dem Zufall liegen bzw. nicht bloß geraten sein könnten. Konservative Schätzungen gehen von einer Trefferquote von 60-70% aus, was bedeutet, dass 60-70% der Informationen verifizierbar (je nach Feedback) bzw. in operationalen Anwendungen sinnvoll verwertbar sind.


Gibt es Gefahren oder Tabus?

Diese Frage und die möglichen Konsequenzen muss man letztlich mit sich selbst vereinbaren. Mit wachsender Erfahrung und Verfeinerung der eigenen Technik steigen auch die Möglichkeiten. Ungemütlich könnte es in seltenen Fällen bei bestimmten Targets werden (UFOs, Aliens, Paranormales, fremde Bewusstseinsinhalte, Katastrophen, Kriminalfälle etc…), weshalb man sich im Training auf jeden Fall erstmal mit alltäglichen Targets begnügen sollte. Dafür werden z.B. gerne Abbildungen mit Landschaften, bekannten Gebäuden, Tieren, Szenarien mit viel Bewegung etc… genommen. Aber auch bei „alltäglichen“ Targets kann es in manchen Fällen zu unangenehmen Bi-Lokationen kommen, bei denen der Körper des Viewers auf die außersinnlichen Eindrücke reagiert (wenn z.B. Traumatas oder Phobien, wie Höhenangst, getriggert werden). Eine richtige „Rausführung“ („detoxing“) am Ende der Session sollte daher in der Ausbildung trainiert werden, um solchen Effekten souverän zu begegnen.


Welchen Alltagsnutzen bietet Remote Viewing?

Remote Viewing ist nicht nur ein außergewöhnlicher Weg, die Neugier und den grenzwissenschaftlichen Forschergeist zu befriedigen. Es bietet auch einen enormen Mehrwert für die Bewältigung beruflicher und privater Herausforderungen im Alltag. So kann es für die Ermittlung wahrscheinlicher und optimaler Zukunftsverläufe, Entscheidungshilfen, Ereignisaufklärung, Beziehungsanalysen, Marktforschung, Lokalisierungen und vieler anderer Anwendungen genutzt werden. Der folgende Artikel geht darauf im Detail ein:

Der Alltagsnutzen von Remote Viewing
 

Informatorische Selbstermächtigung

Der wohl deutlichste Nutzen des Remote Viewing liegt darin, dass man sich im Zweifel nicht auf Fremdinformationen verlassen muss, sondern alles selbst überprüfen kann. Das ist nicht nur auf äußere Themen bezogen, sondern auch für Fragen der persönlichen Problemlösung und Weiterentwicklung. Letzteres macht bei den meisten Privatanwendern sogar den größten Teil aus.

Schlussendlich entscheiden persönliche Prioritäten, wie intensiv und für welche Anwendungen man Remote Viewing für sich nutzen möchte. Erfahrene Remote Viewer werden mit der Zeit meist Pragmatiker, die diese Technik vor allem für Informationen und Erkenntnisse einsetzen, welche sie persönlich unmittelbar weiterbringen, oder ihre brennendste Neugier befriedigen (z.B. Forschungstargets).