Archiv für August 2017

Sind Target-Generatoren sinnvoll?

Wenn Targets von Computern erstellt werden

Im Netz kann man einige Target-Generatoren finden, die zufällig erstellte Targetnummern mit Fotos verbinden, und daraus automatisierte Übungstargets erstellen. Ausgebildete Remote Viewer wissen jedoch, wie wichtig die Intention des Taskers bei der Erstellung des Targets sein kann. Aber kann das bei simplen Foto-Targets auch ein Computerprogramm für den Übenden übernehmen? Vereinfacht gesagt muss man wohl sagen, ja. Kleine Testreihen haben gezeigt, dass diese Targets ebenso beschrieben werden können, wie von menschlichen Taskern zusammengestellte Foto-Targets. Wieso funktioniert das? Wenn doch keine menschliche Intention bei der Erstellung des Targets im Spiel ist?

Ankerpunkte

Bei den von Computern zusammengestellten Foto-Targets gibt es schon einen großen Anker: Das Foto an sich! Und zwar im Gegensatz zu operationalen Targets, bei denen die gesamte Anweisung meist in der Targetformulierung liegt. Fotos kommen dabei nur selten zum Einsatz, und wenn, dann meist nur als Zusatzhilfe (z.B. für Mapping-Markierungen). Mit dem Foto der computererstellten Targets hat der Viewer etwas, woran er sich festhalten kann. Und da die Verknüpfung mit der computergenerierten Targetnummer ebenfalls funktioniert, scheint die dumpfe „Intention“ eines Computers, bzw. die des Programmierers in dem Fall zu genügen.

Ein theoretisches Problem könnte man sich hier dennoch vorstellen: Der Viewer kommt vielleicht nicht so gut „on target“, wie bei menschlich erstellten Foto-Targets. Denn neben dem eigentlichen Target-Ort und der Zeit, die durch das Foto repräsentiert und verankert wurden („abgebildetes Target zum Zeitpunkt der Aufnahme“), hat man hier auch noch das Foto an sich. Dieses ist entweder ein Scan eines Papierfotos oder gänzlich digital. Und dort könnte es passieren, dass man als Viewer nicht nur die abgebildete Umgebung beschreibt, sondern auch das Papier, die Druckerfarbe oder die elektronischen Prozesse hinter einem reinen Digitalfoto. In der Regel sollte man als Viewer eines solchen Targets jedoch im abgebildeten Zielgebiet landen, da dieser Anker wohl stärker ist, als die materielle Beschaffenheit des Fotos an sich.

Target-Generatoren im Remote Viewing-Alltag

Für ein paar schnell generierte Foto-Targets zur Übung machen Target-Generatoren also durchaus Sinn. Gerade Anfänger können davon profitieren, wenn es keine ausreichende Quelle an von Menschen gemachten Übungstargets gibt. Allerdings ist das so genannte „Bildchen-Viewen“ auch nur zur Übung und „Kalibrierung“ gedacht. Durch Foto-Targets erhält man ein verifizierbares Feedback, auch bei geringer Datendichte. Ganz frische Einsteiger können sich somit auch selbst beweisen, dass Remote Viewing funktioniert.

Der tatsächliche Remote Viewing-Alltag besteht jedoch aus opertionalen Targets, bei denen Fotos meist keine Rolle spielen, bzw. nur als zusätzliche Zugangshilfe dienen. Hier hängt alles an der Target-Formulierung, den verwendeten Kodierungen und der Herangehensweise im Zielgebiet. Daher sind operationale Targets stets individuelle Formulierungen mit speziell für dieses Target entwickelten Aufgabenstellungen. Solange es noch keine menschengleiche KI gibt, versteht sich von selbst, dass sowas kein automatischer Target-Generator leisten kann. Denn es erfordert Planung, kreatives Denken und Improvisation.

Bildchen-Viewen vs. operationales Remote Viewing

Weil man als Viewer nicht nur hunderte Foto-Targets zur Übung viewen will, sondern irgendwann auch mal an Informationen gelangen möchte, die nicht auf Fotos enthalten sind, sollten ein paar Dutzend menschlich ersteller Foto-Targets eigentlich genügen. Denn wie soll es Ingo Swann damals schon gesagt haben: „Wenn ihr wissen wollt, was in dem Umschlag ist, macht ihn auf!“. Dieser Ausspruch soll entsanden sein, als man ihn ständig nur Beweis-Sessions auf Fotos in Umschlägen machen ließ, und er dadurch seine Fähigkeiten herabgewürdigt und unnütz angewendet sah.

Oder anders ausgedrückt: Ein Satellitenfoto eines Bunkers wird nichts nützen, wenn der Viewer nur das beschreibt, was sowieso auf dem Foto zu sehen ist. Er muss das Innere des Bunkers beschreiben, wenn man Informationen erhalten möchte, an die man auf anderem Wege nicht herankommt. Und genau dort beginnt das operationale Arbeiten, was nur ein menschlicher Tasker bzw. Monitor übernehmen kann. Oft geht es darum, Dinge zu beschreiben, von denen keine Fotos existieren. Ein typisches Beispiel hierfür wäre eine Ereignisaufklärung. Und dort geht es nur noch mit rein operativen Target-Formulierungen.

Befriedigende Übungstargets

Nach rund zehn Jahren Remote Viewing-Erfahrung und Hunderten von Sessions, erscheinen mir menschlich erstellte Übungstargets als der eleganteste Weg. Elegant heißt hier natürlich nicht bequem, denn als Tasker muss man das Target selbst zusammenstellen und zudem wissen, was man tut (Stichwort Target-Kontamination). Ein vernünftiges Übungstarget besteht aus einer passenden Target-Formulierung (z.B. „Beschreibe das Target zum Zeitpunkt der Aufnahme!“), dem Target-Foto an sich und gesonderten Zusatzinformationen, die dem Viewer nach der Auflösung des Targets zusätzliches Feedback bieten.

So können Informationen hinzugefügt werden, in welcher Situation das Foto entstanden ist, was es vor Ort an Besonderheiten gab und wie sich die typischen Eindrücke dieses Targets in bisherigen Sessions gezeigt haben (zu erwartende Farben, Oberflächen etc…). Zudem ist es immer nützlich, wenn weitere Fotos, Geo-Koordinaten oder gar Videoclips der Target-Umgebung beigefügt werden, falls der Viewer Dinge außerhalb des Hauptfotos beschrieben hat. Denn er beschreibt ja nicht das Foto an sich, sondern begibt sich in der Regel in den abgebildeten Ort zum Zeitpunkt der Aufnahme.

Alternative für Solo-Viewer

Wo ein Target-Generator ganz klar vorteilhaft ist, sind Übungssituationen für Solo-Viewer. Sind nämlich diverse Target-Quellen im Netz erschöpft bzw. kein qualifizierter Tasker verfügbar, kann man sich als Solo-Viewer per Target-Generator schnell ein Übungstarget erstellen lassen. Und das, ohne dass man vorher erst einen großen Solo-Pool anlegen muss. Der Solo-Pool beinhaltet zudem die Gefahr von Vorannahmen, wenn man ungefähr ahnt, was sich darin befindet, selbst wenn man die Targetnummern nicht (bewusst) auswendig weiß.

Geht es jedoch um spezielle Wunsch-Targets, kommt man auch als Solo-Viewer nicht um einen selbst erstellten, gut durchmischten und vielfältigen Solo-Pool herum. Dabei sei auf jeden Fall angeraten, dass man die Targets ein paar Wochen liegen lässt, um die Inhalte möglichst zu vergessen, und so Vorannahmen zu minimieren. Auch mehrere, unspezifische Solo-Pools sind möglich.

Der Alltagsnutzen von Remote Viewing

Worin besteht der Alltagsnutzen von Remote Viewing?

Remote Viewing stellt ein mächtiges Werkzeug zur Befriedigung der persönlichen Neugier und des Forschergeistes dar. Man gelangt damit an Informationen, die auf konventionellem, physischen Wege nicht erreichbar sind. Sei es durch räumliche, zeitliche oder gar dimensionale Trennung (z.B. bei metaphysischen Targets). Dieser Blog zeugt seit vielen Jahren davon, welche grenzwissenschaftlichen Forschungsbeiträge damit geleistet werden können. Wie sieht es jedoch mit dem Alltagsnutzen von Remote Viewing aus? Es wäre eine regelrechte Verschwendung, das Informationspotential des Remote Viewing nicht für die Herausforderungen des Alltags einzusetzen.

Typische Anwendungsgebiete

Was sind die typischen Anwendungsgebiete von Remote Viewing im Alltag? Die Möglichkeiten und Potentiale sind hier sogar vielfältiger, als bei Forschungstargets. Wir werfen nun einen Blick auf die meistgenutzten Anwendungen:

Timelines und Optima

Ganz besonders gefragt ist die Erstellung von Timelines mit Optima. Mit dem Timeline-Werkzeug ist es nicht nur möglich, vergangene und zukünftige Ereignisse zu untersuchen, sondern auch verschachtelte Wahrscheinlichkeiten und „Was wäre wenn?“-Szenarien.

So kann man zum einen ganz einfach die wahrscheinlichste Zukunft für einen Zeitpunkt X viewen (z.B. von heute bis Ende 2025) und die bis dahin signifikanten Ereignisse näher betrachten. Dann ermittelt man, wie es zu diesen Ereignissen kam, welche Personen und Handlungen involviert sind und wie man am besten auf diese Ereignisse reagiert.

Man kann jedoch auch ein direktes Optimum ansetzen, bei dem der Handlungsweg in die Zukunft hinein ermittelt wird, mit dem man eine optimale, spezifische Entwicklung erreicht. Dabei werden Meilensteine innerhalb der Timeline ermittelt, nach denen es zu handeln gilt, um diese optimale Entwicklung einzuleiten.

Optima können in der Targetformulierung mit verschiedenen Parametern gefüttert werden, zum Beispiel wenn man den Weg zum größten, beruflichen Erfolg, der persönlichen  Erfülltheit oder geistigen Weiterentwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums ermitteln möchte. Zu beachten ist hier, dass dies schnell sehr komplex werden kann, und gegebenenfalls mehrere Sessions auf Einzelaspekte notwendig sind.

Timeline - Beispiel

Mapping / Lokalisierung

Eine der wohl ursprünglichsten Anwendungsformen des Remote Viewing ist das Lokalisieren und Beschreiben von Dingen oder Lebewesen. Dies geht natürlich auf die frühen Spionagetätigkeiten mit Hilfe dieser Methode zurück. Bei den heutzutage typischen Recherchen kann es sich um verlorene Wertgegenstände, entlaufende Haustiere oder in ernsteren Fällen auch vermisste Personen handeln. Aber auch bestimmte Merkmale in Umgebungen (z.B. Höhleneingänge, Bodenschätze etc…) können lokalisiert werden.

Ein schönes Beispiel für das Auffinden von verlorenen Wertgegenständen, ist der Fall einer verlegten Mappe mit 5000 €-Bargeld. Der Auftraggeber hatte einst ein Boot verkauft und das Geld in bar erhalten. Dann wurde es jahrelang irgendwo  im Haus in einem Umschlag gelagert, welcher wiederum in einer schwarzen Ledermappe lag. Als der Kunde das Geld nun brauchte, konnte er es nicht mehr in seinem Haus finden, weshalb er Remote Viewer beauftragte. Von den Remote Viewern wurde ein Mapping-Raster verwendet, welches über dem Grundriss des Hauses lag. Der blinde Viewer bekam dabei nur das Mapping-Raster, um Vorannahmen zu vermeiden.

Nachdem der Viewer zwischen den Bodenschichten des Hauses landete, dabei dort noch bauliche Mängel erkannte, grenzte er das Zielobjekt ein und zeichnete es. Gut zu erkennen war die aufklappbare Ledermappe inklusive einer Art Wasserschaden. Später fand der Auftraggeber die Mappe mit dem Geldumschlag genau in dem geviewten Bereich. Sie war hinter die beschädigte Rückwand eines Schrankes gefallen. Und tatsächlich war an den Rändern des Geldumschlages ein Schaden durch Feuchtigkeit vorhanden:

Lokalisierung einer Geldmappe

Eine ungewöhnlichere Anwendungsart der Lokalisierung ist es, wenn man sich in einem unbekannten Gebiet einen Bereich sucht, der ganz bestimmten Kriterien gerecht werden soll. So kann man sich z.B. ein Refugium in der Natur suchen, bei dem die Kriterien Abgeschiedenheit, Ungestörtheit und ein Gewässer sein sollen. Diese Lokalisierung überträgt man wiederum auf ein Kartenraster, und die Matrix liefert in der Regel die beste, in dem Gebiet vorhandene Entsprechung zu den Vorgaben. Eine ausführliche Experimentalreihe dieser Art habe ich in den „Wandern mit Remote-Viewing“-Artikeln beschrieben.

Personenwahrnehmung

Die Personenwahrnehmung stellt eine weitere mächtige Anwendung der Stufe 6 dar. Allein die Bezeichnung könnte schon unheimlich wirken, wenn man an die militärischen und geheimdienstlichen Ursprünge des Remote Viewing denkt. Neben dem Ausspionieren irgendwelcher Schwächen und Geheimnisse, sind jedoch auch konstruktive Anwendungen für die geviewte Person möglich. Zumal es die Arbeitsethik ohnehin verbieten sollte, Auftragssessions auf Personen zu machen, die dem nicht zugestimmt haben.

Was ist nun aber der positive Nutzen der Personenwahrnehmung? Neben der einfachen Identifizierung durch Aussehen, Alter, Geschlecht etc…, lassen sich auch Charakter, Wünsche, Stärken und Schwächen, Potentiale und Gefährdungen ermitteln. Dies kann man in Kurzform machen, oder sehr ausführlich in erweiterten Schablonen. So wird eine so genannte Deep Mind Probe angwendet, um alle Arten von bewussten und unbewussten Aspekten des Geistes zu erfahren. Hier seien Beispielsweise bewusste und unbewusste Stärken, Schwächen, Wünsche, Ziele, Gefahren, Ängste etc… genannt, bis hin zur Lebensberufung der Person.

Personenwahrnehmung - Anwendung

Hat man diese Aspekte nun im Detail herausgefunden, können Umgangsweisen bzw. Lösungen dazu erfragt werden. Ein weiteres, spezialisiertes Werkzeug der Personenwahrnehmung, welches sich gezielt auf Lösungen konzentriert, ist die Problemlösungsschablone. Dort werden sowohl körperliche, als auch geistige Probleme der Person abgefragt, und zugleich passende Lösungsansätze ermittelt. Das ersetzt natürlich keine professionelle Diagnose, kann jedoch ein zusätzlicher Hinweisgeber bzw. eine Bestätigung sein.

Personenwahrnehmung - Problemlösungsschablone

Die Personenwahrnehmung muss sich nicht nur auf eine Person beschränken, sondern läßt sich auch auf ganze Personengruppen anwenden. Dabei kommt häufig die Beziehungsanalyse zum Einsatz, bei der die Beziehung zwischen zwei oder mehr Personen bzw. Gruppen detailliert analysiert wird. Mal abgesehen von den zwischenmenschlichen Unbequemlichkeiten, die solche Enthüllungen oft mit sich bringen, können damit z.B. entscheidende Kommunikationsprobleme in Firmen, Familien oder Beziehungen bearbeitet werden. Denn wenn man aneinander vorbei redet, oder falsche Vorstellungen voneinander entwickelt, bauscht es sich häufig auf, bis das ganze Kartenhaus irgendwann zusammenfällt. Remote Viewing bietet hier die Möglichkeit der Vorsorge und Schadensbegrenzung, ohne auf die Selbstehrlichkeit der beteiligten Personen angewiesen zu sein.

Personenwahrnehmung - Beziehungsanalyse

All diese Bereiche der Personenwahrnehmung können so nicht nur soziale Strukturen optimieren, sondern auch wertvolle Informationen zur Selbsterkenntnis liefern. Selbsterkenntnis liegt jedoch letztlich, wie auch der Wunsch nach Heilung oder Mustertransformation, bei einem selbst. Aber ein blinder Viewer kann hier zumindest helfen, Ego-Fallen, mangelnde Selbstehrlichkeit und Subjektivität zu umgehen.

Ereignisaufklärung

Die Ereignisaufklärung ist eine Anwendungsform, bei der so ziemlich alle der genannten Werkzeuge zum Einsatz kommen. Meist auf einer Timeline des Ereignisverlaufes basierend, werden beteiligte Personen, Handlungen, Bewegungen, Orte des Geschehens, involvierte Objekte etc… untersucht. Dadurch ergibt sich ein hochkomplexes Bild, welches bei verschiedendsten Herausforderungen eingesetzt werden kann.

Häufig denkt man hier natürlich an Verbrechensaufklärung und Detektivarbeit (was die meisten Viewer übrigens nicht wollen). Aber auch Unfallhergänge, historische Ereignisse, unerklärliche und verdrängte Erlebnisse, oder die simple Rückverfolgung bei verlegten Gegenständen, können mit dieser Werkzeugsammlung aufgeklärt werden. Die Hauptlast liegt hier natürlich beim Monitor, welcher dem blinden Viewer den richtigen Einsatz der Werkzeuge vorgeben muss.

Ereignisaufklärung

Ereignisaufklärungen sind natürlich auch in „Was wäre wenn?“-Form für zukünftige Entwicklungen möglich. Das kann dann als detaillierte Erweiterung eines Optimums angesehen werden. Letztlich finden sich in den meisten Stufe 6-Sessions Anteile der Ereignisaufklärung, wenn eine Timeline involviert ist. So manche Session dieser Art taugt dann regelrecht als Inspiration für ganze Romane.

Fazit

Remote Viewing stellt sich immer deutlicher als enorm nützliches und pragmatisches Werkzeug zur Alltagsoptimierung heraus. Wie bei allen Verbesserungsbestrebungen, muss natürlich auch hier einiges an Arbeit investiert werden. Aber wenn man bedenkt, wieviele externe Berater, Vermutungen und Entscheidungen mit mangelnder Informationsgrundlage man sich damit sparen kann, wird auch der wirtschaftliche Faktor deutlich. Inzwischen werden von mehreren Anbietern im deutschsprachigen Raum Auftragsrecherchen angeboten, die den Nutzen des Remote Viewing auch für unausgebildete Interessenten ermöglichen. Eine Möglichkeit findet ihr hier: Signallinie-Dienstleistungen

Der Ernstfall: Bilokation und Detoxing

Wenn der Ausflug in die Matrix ungemütlich wird…

Beim Remote Viewing verschiebt der Viewer seine Wahrnehmung auf ein räumlich und oft auch zeitlich entferntes Zielgebiet. Dabei kann es mehr oder weniger zu ausgeprägten Effekten von Bilokation kommen. Das ist an sich noch kein Problem, und trägt zum Teil sogar zu einer größeren Datendichte bei. Eine Gefahr ist dabei jedoch, dass unser vegetatives Nervensystem im Falle einer Bilokalität manchmal nicht mehr unterscheiden kann, ob die hereinkommenden Informationen nun als physische Realität zu bewerten sind, oder eben nicht. Dies kann vorkommen, wenn der Umschaltprozess zwischen dem bewertenden Verstand bzw. „Hier“-Körperbewusstsein, und den außersinnlichen Informationen nicht völlig abgeschlossen ist.

Solche bilokalen Effekte treten daher meist schon im Verlauf der Stufe 1 auf, seltener jedoch in den höheren Stufen. Man könnte vereinfacht sagen, dass unser Körper bei einer solchen Bilokation auf die Umgebungsbedingungen in der Session reagiert, so als wurde er sich selber ungeschützt vor Ort befinden. Ein häufiges Beispiel ist das Gefühl von Höhenangst, wenn ein Viewer mit dieser Phobie z.B. einen hohen Turm, einer Brücke oder eine Luftaufnahme viewt. In solchen Fällen kann dem Viewer mit einer einfachen Bewegungsanweisung geholfen werden (z.B. „Bewege dich mal dorthin, wo es für dich angenehmer ist!“). Es gibt jedoch weitaus seltenere Beispiele, bei denen der Körper ungleich heftiger reagiert.

Ein Musterbeispiel für Bilokalität: Atemnot auf dem Mars

So kam es einmal vor, dass der Autor dieses Artikels von jemandem auf die Oberfläche des Mars geschickt wurde. In der Stufe 1 eigten sich mir schon die ersten, typischen Farben und Gesteinseindrücke des Mars (ocker, rötlich, staubig, steinig, rissig etc…). Aber nach kurzer Zeit überkam mich ein Gefühl der Nervosität und Genervtheit, welches sich immer mehr intensivierte. Ich kam bis zum zweiten Durchlauf der Stufe 1, als ich irgendwann keine vernünftigen Worte mehr auf das Papier bringen konnte. Mein Gefühl schlug in extremen Stress und Alarmiertheit um, so dass ich die Notbremse zog. Ich brachte noch die abschließende AI „Fühle mich sehr komisch“ und „Stop“ auf das Papier, bevor ich die Session abbrach. Das war bisher noch nie geschehen.

Einfach die Session beenden reicht oft nicht

Nach dem Abbruch der Session wurde mir sehr schummrig. Es fühlte sich an, wie bei einem starken Kreislaufproblem. Das nervöse Gefühl aus der Session war jetzt so, als würde ich nicht genügend Luft bekommen. Zudem fingen meine Arme an zu zittern, so dass ich sie nicht mehr unter Kontrolle bekam. Der weitere Verlauf war, dass ich noch mehrere Stunden in dem Zustand am Schreibtisch saß, und versuchte, das Zittern unter Kontrolle zu kriegen. Mein (unerfahrener) Monitor wurde ratloser Zeuge dieses Vorgangs, und stellte fest, wie blass ich plötzlich wäre. Irgendwann ergriff ich Maßnahmen zur „Erdung“, indem ich Liegestütze auf dem Boden machte, und etwas aß. Das schien zu helfen, und der zittrige Zustand verschwand allmählich. Insgesamt waren die Auswirkungen dieses Zustandes jedoch noch für mehrere Stunden spürbar. Wenige Tage nach dem Erlebnis berichtete ich in einem Gastartikel für ein Online-RV-Magazin davon.

Selbstanalyse

Während ich mich bei dem Erlebnis selbst beobachtete, stellte ich fest, dass es keinerlei psychische oder emotionale Auswirkungen zu haben schien, sondern nur rein körperliche. Ich fand die Erfahrung sogar in gewisser Weise interessant, und analysierte sie währenddessen ausgiebig. Im Nachhinein wurde mir klar, dass ich körperliche Symptome hatte, die wohl dem entsprechen würden, was einem Menschen auf der Marsoberfläche ohne Raumanzug passieren würde. Das Gefühl mit dem Sauerstoffmangel kannte ich sogar aus einem Erlebnis, bei dem ich als Kind im Schwimmbad zu lange unter Wasser war, aber gerade noch rechtzeitig vor einem Blackout an die Oberfläche gelangte.

Abhärtung in der Matrix

Im Nachhinein bin ich dankbar für diese „Feuertaufe“, denn damit konnte ich mich zukünftig auf solche Effekte einer Bilokation einstellen. Ich habe inzwischen an sehr vielen operationalen Sessions auf lebensfeindliche Planeten mitgewirkt, und dort kam es nur noch einmal zu einer ähnlichen Situation. Da diese Erfahrung aber bereits abgespeichert war, konnte ich souverän darauf reagieren, und die Session weiterführen. Ein Viewer mit wenig Erfahrung sollte jedoch die Möglichkeit solcher Zwischenfälle immer im Hinterkopf behalten, besonders wenn er sich auf exotische Targets einlässt. Daher empfehle ich, erstmal ausgiebige Erfahrungen mit „harmlosen“ Targets (sprich, Motive auf der Erde) zu machen, bevor man sich z.B. ins All wagt.

Verantwortungsbewusstsein des Taskers / Monitors

Eine Erfahrung in der Intensität meines Mars-Erlebnisses, könnte für im Vorfeld gefährdete Viewer (z.B. mit Herz-Kreislauf-Leiden) durchaus ein körperliches Risiko darstellen. Daher sind Tasker bzw. Monitore dazu angehalten, sich ihrer verantwortungsvollen Position bewusst zu werden. So sollte man wie gesagt keine Neulinge direkt auf lebensfeindliche Targets schicken. Auch sind eventuelle No Go-Listen zu beachten, die von den Viewern vor jeglicher Projektbeteiligung herausgegeben werden sollten. Durch solche No Go-Listen kann man der Triggerung von Phobien im Target bei gefährdeten Viewern vorbeugen. Der Monitor / Tasker sollte sich stets bewusst sein, dass Remote Viewing (genau wie jede andere außersinnliche Technik) kein Partyspaß ist, sondern auch unerwartete Dinge passieren können.

Sonderfall: Online-Sessions

Da die relativ geringe Anzahl aktiver Remote Viewer zwangsläufig räumliche Distanzen mit sich bringt, behilft man sich inzwischen sehr oft mit Online-Sessions. Diese werden bevorzugt mit videofähigen Messengern (wie Skype, Zoom etc…) durchgeführt, wobei die Webcam des Viewers auf das Session-Papier gerichtet wird.

In Anbetracht der genannten Bilokations-Effekte und ähnlicher Vorkommnisse, sind bei Online-Sessions auf potentiell heikle Targets besondere Vorsichtsmaßnahmen empfehlenswert. So sollten Viewer und Monitor wissen, wo sie sich befinden (Adresse), und immer eine telefonische Ersatzverbindung bereitliegen haben, falls die Online-Verbindung in einem heiklen Moment zusammenbricht. Zudem sollten sowohl Monitor, als auch Viewer die gängigen „Detoxing“-Techniken beherrschen (siehe auch „Detoxing“ weiter unten im Artikel).

Letztlich sind Vor Ort-Sessions immer den Online-Sessions vorzuziehen, da man auch an der subtilen Körpersprache des Viewers bemerken kann, wenn sich etwas anbahnt. Im Fall von Bilokation mit lebensfeindlichen Umgebungen kommt z.B. oft ein tiefes bis hyperventilierendes Atmen vor. Aber auch ungewöhnlich ansteigende Nervosität kann ein Warnzeichen sein. Zudem hat man bessere Möglichkeiten, dem Viewer physisch zu helfen, und sei es im Extremfall durch kräftiges Schütteln. Leider sind die meisten Viewer auf Online-Sessions angewiesen, insbesondere wenn es eilig ist. Deshalb kann man nur auf die genannten Maßnahmen verweisen, und bei operationalen Sessions auf erfahrene Viewer und Monitore setzen.

Selbstschutz-Reaktionen des Viewers

Neben den seltenen Vorkommnissen, bei denen der Viewer von der Bilokalität voll erwischt wird, gibt es auch noch unterbewusste Selbstschutz-Reaktionen. So kommt es z.B. bei vielen Foto-Targets im Weltraum vor, dass sich der Viewer mitten im Raumanzug des abgebildeten Astronauten wiederfindet. Es scheint, als würde sich das Unterbewusstsein des Viewers selber den sichersten und angenehmsten Ort im Zielgebiet suchen. Hier können Bewegungsanweisungen helfen, damit der Viewer das Target aus dem gewünschten Blickwinkel beschreibt. Es kann jedoch sein, dass er die Neupositionierung in solchen Fällen verweigert, weil es im Vakuum des Alls zu unangenehm ist. Das ist aber auch nicht die Regel, denn es gibt viele Sessions, in denen sich die Viewer auch mitten im All pudelwohl fühlen, und die „Aussicht“ genießen.

Strahlende Viewer-(Ver)Blendung

Ein weiteres Beispiel aus früheren Zeiten sind Übungs-Sessions auf den Atomtest im Bikini-Atoll. Heutzutage verzichtet man auf so extreme Targets im regulären Training. Aber von damals sind Fälle bekannt, in denen sich der Viewer regelrecht vom Atompilz abwandte, und lediglich die idyllische Palmenlandschaft hinter sich beschrieb. Auf eine Bewegungsanweisung hin, bei der er in Richtung Atompilz schauen sollte, tat er seinen Widerwillen kund; dort wäre es nämlich unglaublich heiß, grell und stickig. Kein Ereignis, bei dem Menschen in der Nähe sein sollten, und sei es auch „nur“ als Bilokation.

Unbewusstes Positionieren

Einen differenzierteren Fall dieser Art hatten wir in einem Solo-Projekt. Bei dem Projekt ging es darum, mehrere Sessions auf ein zufälliges Target durchzuführen, bevor es gelüftet wird. So sollte ein Gefühl für die steigende Datendichte bei mehreren Sesssions in Folge, und vor allem die Geduld vor der Target-Auflösung trainiert werden. Eines der Targets war der Abwurf einer gewaltigen Wasserstoffbombe. Dabei ist überliefert, dass die Bomber-Piloten der Durckwelle gerade noch entkamen, obwohl die Bombe an einem Fallschirm abgeworfen wurde. In drei aufeinanderfolgenden Sessions geschah es nun, dass sich der Solo-Viewer stets im Cockpit des Bombers wiederfand, obwohl das Target-Foto eine Boden-Nahaufnahme der Explosion war. Nur in einer kleinen Skizze innerhalb der drei Sessions wurde sowas wie ein Lichtblitz am Rand wahrgenommen, den der Viewer jedoch nicht weiter untersuchte.

Ein paar Jahre später landete dieses Target jedoch nochmal in einem Target-Pool. Dieses Mal fand sich der Viewer mitten am Fuße der Pilzwolke wieder, und beschreib die Strukturen und Vorgänge („leuchtender Wolkenturm, hochströmen, verdampfen, physikalischer Vorgang“…) aus dieser ungewöhnlichen Perspektive. Dort hatte er auch überhaupt kein Problem mit der unwirtlichen Situation. Man kann also schlussfolgern, dass es darauf ankommt, wie sich das Unterbewusstsein des Viewers im Zielgebiet positioniert, und wie weit die bewertenden Instanzen zurückgezogen sind.

Im Zentrum kosmischer Gezeiten

Ein noch exotischeres Beispiel war eine Reihe von Sessions auf ein Schwarzes Loch im Zentrum unserer Milchstraße. Dabei surfte ein Viewer regelrecht im bizarren Kräftespiel der Gravitation, während ein anderer sich in eine sichere „Tasche aus zeitlich pausierter Raum-Zeit“ (besser konnte man es nicht ausdrücken) zurückzog. Auf die Frage hin, was denn passieren würde, wenn er diesen Bereich verlässt, machte er ziemlich deutlich, dass er von der Gravitation zerdrückt würde. Es scheinen also nicht nur sicherere Orte, sondern auch angenehmere Zeitzustände im Zielgebiet eine Fluchtmöglichkeit zu sein. Die Essenz des Projektes kann HIER nachgelesen werden.

Das waren nur einige plakative Beispiele von vielen derartigen Fällen, die eigentlich schon zum Remote Viewer-Alltag gehören. Erfahrene Viewer gehen damit in der Regel schon gelassener um, aber gerade Neulinge sollten hier behutsam herangeführt werden. Mit jedem weiteren Schritt und jeder Erfahrung steigt die Kompetenz, um solche Effekte vernünftig handhaben zu können. Das führt uns auch zu einem wesentlichen Werkzeug, welches man vor allem bei solch‘ ungewöhnlichen Targets beherzigen sollte…

Detoxing (Entgiftung)

In unseren Seminaren lernt der Trainee die Anweisung „Löse dich vom Target!“ kennen. Am Ende jeder Session macht man standardmäßig drei Striche, um so zu symbolisieren, dass man sich geistig vom Target löst. Die drei Striche symbolisieren dabei Mauern, die man zwischen sich und dem Target aufbaut. Dieser obligatorische Akt reicht jedoch nicht immer aus, um sich vernünftig vom Target zu lösen. Gerade in operationalen Sessions ist eine gründlichere „Entgiftung“ von den Target-Inhalten ratsam. Damit wären wir beim erweiterten Detoxing. Dazu gibt es mehrere Varianten, wovon hier nur mal die zwei gebräuchlichsten vorgestellt werden sollen.

Rückwärts durch die Session Fremdinhalte deklarieren

Ein sehr wirkungsvolles Detoxing-Verfahren ist es, den Viewer die Session rückwärts durchschauen zu lassen. Dabei liest er die von ihm generierten Eindrücke noch einmal bewusst durch. Vor allem bei fremden Bewusstseinsinhalten (z.B. EIs bzw. Fremdemotionen) wird der Viewer nochmal gefragt, ob sie von ihm stammen, oder ob es eine fremde Quelle aus dem Zielgebiet ist. Bereits durch diesen bewussten Akt der Deklaration, differenziert der Verstand des Viewers eigene Inhalte von den Fremdinhalten. Man könnte vereinfacht sagen, „die eigenen AIs von den fremden EIs trennen“. Aber es gibt natürlich noch komplexere Verstrickungen mit Fremdinhalten (Personenwahrnehmung, Interviews…), bei denen der Monitor den Viewer ggf. noch tiefer reinschauen lassen sollte. Grundsätzlich gilt jedoch, dass man zumindest die EIs in Stufe 4 deklariert, und bewusst von seinen AIs (eigenen Emotionen zum Target) differenziert.

Herausführung mit Mauerbau

Gerät der Viewer tatsächlich mal in eine emotionale oder körperliche Not, muss der Monitor eine so genannte Herausführung machen. Dabei lässt er den Viewer erstmal durch Bewegungsanweisungen seine Position wechseln. Diese können z.B. lauten „Bewege dich mal dorthin, wo es dir besser geht!“. Je nach Dringlichkeit und Notlage des Viewers, muss der Monitor sich auch mal energischer durchsetzen. Danach wird der Viewer gefragt, ob es an der neuen Position für ihn besser sei. Ist es nicht besser, bewegt man ihn noch weiter vom Zielgebiet weg, bis er einen annehmbaren Ort findet. Nach jedem dieser Schritte wird eine symbolische Mauer zwischen dem vorigen Ort und dem aktuellen Ort aufgebaut. Dieses Verfahren führt man solange durch, bis der Viewer sich wieder normal und von den betreffenden Inhalten gelöst fühlt. Schließlich führt man ihn noch zurück bis an den Ort, wo er sich gerade physisch befindet und die Session durchgeführt hat. Auch Solo-Viewer sollten diese Technik für den Notfall beherrschen.

Die Betroffenheit des Monitors

Was bisher wenig beachtet wurde ist, dass auch der Monitor durch die Session-Inhalte emotional betroffen werden kann. Allerdings auf eine etwas andere Weise, als der Viewer. Während der Viewer nämlich im Idealfall wertungsfrei und emotional unbeteiligt Eindrücke generiert, erlebt der Monitor den Session-Verlauf mit intakter Wertungsinstanz. Genauer gesagt mit seinem wertenden Verstand und emotionaler Betroffenheit zu den Inhalten, da der Monitor in der Regel das Target, aber nicht unbedingt dessen Inhalte kennt. Oder es kommen Inhalte zu Tage, mit denen der Monitor nicht gerechnet hätte.

Bei besonders dramatischen oder tragischen Targets kam es schon vor, dass dem Monitor die Tränen in den Augen standen, der Viewer sich jedoch wunderte, was den Monitor so betroffen macht. Wenn der Viewer in den höheren Stufen analytisch und emotional soweit „weggeschaltet“ ist, erfolgt oft keine oder nur noch eine reduzierte emotionale Beteiligung an den Target-Inhalten. Es ist im Prinzip ein Idealzustand an Gleichgültigkeit, um möglichst objektive Daten zu generieren. Der Monitor bekommt jedoch durch den Viewer die volle Ladung der Inhalte präsentiert. Der Tragweite dieser Informationen kann er sich nur schwer entziehen. Dieses Phänomen wurde auch schon als „Spiegelneuronen“ bezeichnet.

Die Wahl des richtigen Monitors

Hierbei hängt es natürlich auch von der Persönlichkeit des Monitors und seinem individuellen Bezug zum Target ab, wie sehr er von den Inhalten mitgerissen wird. Ein Ermittlungsbeamter der Mordkommission, welcher jede Woche Opfer sieht, wird wahrscheinlich besser mit den Inhalten einer Session zur Verbrechensaufklärung zurechtkommen, als ein hochsensibler Harmonie-Mensch.

Aus diesem Grund sollte man sich durchaus überlegen, welchen Monitor man für welche Targets auswählt. Da er in der Regel Kenntnis vom Target bekommt, kann er im Gegensatz zum Viewer selbst entscheiden, ob er sich das Thema ansehen möchte, oder nicht. Viewer müssen hier auf die bereits erwähnten No Go-Listen zurückgreifen und darauf vertrauen, dass diese von den Monitoren bzw. Projektleitern uneingeschränkt respektiert werden.

Tipps für Solo-Sessions

Der einsame Remote Viewer

Erfahrene Remote Viewer wissen, dass ein guter Monitor helfen kann, den Viewer (natürlich neutral und ohne Suggestion) zu den targetrelevanten Aspekten im Zielgebiet zu bringen. Oft kann ein zufriedenstellendes Ergebnis bereits in einer Einzelsession gelingen. Wie sieht es jedoch aus, wenn dem Viewer mal keinen Monitor zur Verfügung steht, oder er einfach nur seine Fertigkeiten im Solo-Viewen trainieren möchte? Erst wenn der Viewer das Protokoll und die nötigen kognitiven Prozesse wirklich verinnerlicht hat, ist er in der Lage, Sessions souverän und mit ausreichender Datendichte zu vollbringen. Der Schlüssel zu dieser Souveränität ist wiederholtes Training. Dem bereits erfahrenen Viewer ermöglichen Solo-Sessions schnell Ergebnisse beizusteuern, auch wenn gerade kein Monitor zur Verfügung steht.

Herausforderungen

Neben den üblichen Fallstricken, denen der Viewer ausgesetzt ist, wenn er eine Session ohne Monitor macht, gilt es noch ein viel grundsätzlicheres Problem bei Solo-Sessions zu lösen: Mit zunehmender Vertiefung in das Zielgebiet nimmt die kognitive Leistungsfähigkeit des Viewers stark ab. Typischerweise ist die linke Hirnhälfte am Ende soweit ausgelastet, dass sich sogar das Schriftbild des Viewers signifikant verändert. Entscheidungen zu treffen, welche Informationen z.B. in Stufe 4 analysiert werden sollten, oder gar komplexe Strategien in Stufe 6 zu improvisieren, um ergiebige Ergebnisse zu erzielen, ist ohne Monitor deutlich schwieriger, und oft ein Schuss ins Dunkel. Hierbei fehlt einfach der Monitor als Partner und Navigator, der dem Viewer Ziel und Richtung geben kann. Denn im Gegensatz zum Viewer, ist der Monitor in keinster Weise durch das Protokoll in seinem Vorgehen eingeschränkt. Wie kann jedoch ein Solo-Viewer diese fehlende Führung kompensieren?

Solo-Planungen
tipps-fuer-solo-sessions_targets

Damit eine Solo-Session nicht zum besagten „Schuss ins Dunkle“ wird, ist ein vorgeplanter Standard-Ablauf sinnvoll. Also quasi ein Plan, den der Viewer in jeder Solo-Session abarbeiten kann. Oder der Tasker hat ihm bereits einen Ablaufplan mitgegeben, den es abzuarbeiten gilt. Je nachdem, wie konkret dieser formuliert ist, birgt er natürlich die Gefahr unbeabsichtigter Vorannahmen und Assoziationen beim Solo-Viewer. Es sollte also kryptisch genug sein (nur kodierte Vorgaben, Bewegungsanweisungen etc…). Maximal sollte es so etwas sein wie „Mach eine Personenwahrnehmung in Stufe 6, und beschreibe die Umgebung!“. Ein solches Solo-Tasking wird oft im Rahmen von Projekten eingesetzt, für die schon mehrere, gemonitorte Sessions durchgeführt wurden, und für die man durch Solo-Sessions noch weitere Daten erheben möchte (z.B. wenn gerade keine Monitore mehr zur Verfügung stehen). Doch was kann man tun, wenn ein Viewer ganz und gar solo arbeitet, und er dafür einen selbst erstellten oder fremden Target-Pool benutzt? Wie kann der Solo-Viewer im eigenen Target-Pool soviel wie möglich aus seinen Sessions herausholen, ohne durch zuvor selbst formulierte, spezifische Target-Anweisungen problematische Vorannahmen zum Target zu schüren?

Die Erhöhung der Datendichte

Das Hauptanliegen in Solo-Sessions sollte sein, die Datendichte soweit wie möglich zu erhöhen, um sich einen allgemeinen Überblick über das Zielgebiet verschaffen zu können. In Solo-Sessions tendiert der Viewer nämlich oft dazu, den Fokus auf Einzelaspekte zu fixieren. Diese mögen für das Unterbewusstsein sicherlich interessant sein, doch oft haben sie mit der eigentlichen Aufgabenstellung nur beiläufig oder gar nichts zu tun.

Wiederholungen der Stufen 2 und 3

Die erste Möglichkeit zur Erhöhung der Datendichte in Solo-Sessions, ist neben der üblichen, doppelten Durchführung der Stufe 1, auch die Stufen 2 und 3 doppelt auszuführen. Der Viewer macht also nach einer Stufe 1 noch einmal eine Stufe 1, dann eine Stufe 2 gefolgt von einer Stufe 3 und dann nochmal eine Stufe 2 und 3. Was zuerst seltsam klingt, kann jedoch die Datendichte schon sehr früh in der Session spürbar erhöhen. Voraussetzung ist allerdings dass der Viewer entweder sehr ausdauernd ist (was sich mit fortlaufendem Training einstellt), oder für einen Standard-Durchlauf bis Stufe 4 (1+1+2+3+4) üblicherweise nicht mehr als etwa 20 Minuten benötigt. Der Preis für die erhöhte Datendichte ist ein verkürzter Zeitrahmen für die Anwendung der Tools in Stufe 6. Denn wie erfahrene Viewer wissen, ist es zwar möglich, den Viewing-Zeitraum weit über eine Stunde zu strecken, doch irgendwann endet die Ausdauer, und es kommen kaum noch Eindrücke.

Bewegungsanweisungen ausgiebig nutzen

Nachdem der Viewer nun einem durch Dopplungen erweiterten Standardablauf gefolgt ist, könnte er mehrere, pauschale Bewegungsanweisungen ausführen, um das Zielgebiet aus diversen Perspektiven wahrzunehmen. Anfänger sollten das bereits nach Stufe 3 machen, um noch möglichst viele Aspekte in der verbleibenden Zeit mitzunehmen. Voll ausgebildeten Viewern empfiehlt es sich damit bis zur Stufe 6 zu warten. Zum einen gelangen sie viel schneller, als der durchschnittliche Neuling ins Zielgebiet, zum anderen wird so die Datendichte nochmals deutlich erhöht. Da wir in Solo-Sessions nicht wissen, was wir untersuchen oder wie groß das Zielgebiet tatsächlich ist, kann es schwierig sein, geeignete Bewegungsanweisungen zu improvisieren.

Hier ein paar Beispiele für mögliche Bewegungsanweisungen, die dabei helfen können, einen Überblick über das Target zu erlangen:

  • Das Target sollte von oben wahrnehmbar sein! (Ein erster, konkreter Perspektivenwechsel)
  • Das Target sollte aus zehnfacher Entfernung von schräg oben wahrnehmbar sein! (Isometrischer Überblick aus größerer Entfernung)
  • Das Target sollte von vorne wahrnehmbar sein! (Eine weitere Perspektiven-Umstellung)
  • Das Target sollte von innen wahrnehmbar sein! (Der Versuch, eine Rißzeichnung vom Inneren einer Struktur etc. zu erstellen)
  • Das Target sollte aus 100-facher Entfernung von oben wahrnehmbar sein! (Sehr großer Entfernungssprung, um Merkmale in der Umgebung mitzunehmen)
  • Das Target sollte aus 1000000-facher Entfernung von oben wahrnehmbar sein! (Hier kann es u. U. passieren, dass der Viewer sogar die ganze Erdkugel vor sich hat)

Dies sind nur einige wenige Beispiele, die aufzeigen sollen, wie pauschale Bewegungsanweisungen durchgeführt werden können. Es könnten hier auch Meter-Angaben für die Entfernungen verwendet werden, jedoch könnten diese eine verwirrende Wirkung haben, wenn das Target einen ungewöhnlichen Maßstab hat. Geht es z.B. darum, eine mikroskopisch kleine Struktur zu viewen, würde ein Sprung von wenigen Metern weit über das Ziel hinausschießen. Dies wäre genauso wenig hilfreich, wie ein Perspektivenwechsel um einige Meter, wenn das Target riesig ist (z.B. ein ganzer Planet).

Zudem können Meter-Angaben in Sessions generell suggestiv wirken, unabhängig davon ob es sich um eine Solo-Session oder eine Session mit Monitor handelt, in der diese Angaben gemacht werden. Der Verstand des Viewers erhält mit diesen Informationen einen gewissen Anker für Assoziationen, da er nun zumindest schon mal die Abmessungen des Zielgebietes erahnen könnte. Außer es ist explizit erwünscht, Abmessungen im Zielgebiet absolut zu ermitteln. Doch hierfür existieren in der Stufe 6 geeignetere Werkzeuge, z.B. Bemaßungslinien.

Solo-Sessions wiederholen

Eine weitere sehr effektive Möglichkeit, die Datendichte in Solo-Sessions zu erhöhen, ist das mehrmalige Abarbeiten eines Targets. Man viewt das Target solo, lst es dann aber noch nicht auf und viewt es später noch einmal. Dies kann, je nachdem wie viel Geduld beim Viewer vorhanden ist, vielfach wiederholt werden, bis das Target schließlich aufgelöst wird. Bei diesem Vorgehen ist oft ein interessanter Effekt zu beobachten: Häufig merkt der Viewer in der zweiten Session, dass er wieder ähnliche oder gar identische Daten herausschreibt. Doch nun gesellen sich weitere Daten hinzu, welche in der dersten Session noch nicht vorkamen. Es wirkt fast so, als hätte er die Eindrücke noch im Unterbewusstsein gespeichert und würde nun fehlende Details in seinen Aufzeichnungen ergänzen. Das könnte der Solo-Viewer im Extremfall natürlich so oft wiederholen, bis keine neuen Daten mehr kommen. Doch bereits zwei bis drei Sessions in Folge auf das gleiche Target können bereits erstaunliche Datenverdichtungen liefern. Die Viewer des Farsight Institute machen bei öffentlichen Projekten beispielsweise 3-10 Solo-Sessions auf Papier, bevor am Whiteboard eine Zusammenfassung präsentiert wird (noch vor Auflösung des targets). Die Datendichte durch dieses Vorgehen kann sich durchaus sehen lassen, obwohl kein Monitor involviert ist.

Die ausgiebige Nutzung der Werkzeuge

Voll ausgebildete Remote Viewer können in mehreren Sessions auf ein Target aus den umfangreichen Werkzeugen der Stufe 6 schöpfen. So könnte sich der Viewer in jeder Session auf ein anderes Werkzeug konzentrieren (ergänzend zu den pauschalen Bewegungsanweisungen). Er benutzt z.B. in der ersten Session relationale Diagramme, um interessante Begriffe aus Stufe 4 tiefgreifend zu untersuchen, und sich einen groben Überblick zu verschaffen. Dann konzentriert er sich in der zweiten Session per Personenwahrnehmung / Beziehungsanalyse auf die Personen im Zielgebiet, und deren Tätigkeiten bzw. Rollen dort. Anschließend erstellt er in der dritten Sessions Mappings und Collagen aus den verschiedenen Bewegungsanweisungen. Dies alles kann er dann schließlich noch durch eine kombinierte Ereignisaufklärung abrunden. Die Möglichkeiten sind hier auch ohne Monitor vielfältig.

Gekonnter Umgang mit dem Protokoll und AULs

Der Arbeitsaufwand bei mehreren Sessions auf ein Target und mit pauschal eingesetzten Werkzeugen, ist natürlich viel höher, als bei Sessions mit Monitor. Vor allem kann es leicht passieren, dass sich der Viewer in Nebenaspekten verliert und am Ende dadurch nur einen Teil der gefragten Daten liefern kann. Dennoch ist dies ein effizienter Weg, um ein Maximum an Informationen aus Solo-Sessions herauszuholen. Der größte Vorteil ist jedoch der Trainingsaspekt: Dieser mühsame und einsame Weg zwingt den Viewer dazu, seine eigenen Handlungen ohne Monitor besser steuern zu lernen (selbstständige Entscheidungsfähigkeit). Er lernt die Anpassung seines eigenen Timings und die Verbesserung seines AUL-Managements. Gerade Letztere können sich in Solo-Sessions als wesentlich hartnäckiger und hinterhältiger erweisen, wenn sie nicht frühzeitig mit Hilfe eines Monitors erkannt, „entpackt“ und unschädlich gemacht werden.

Ich empfehle jedem Trainee, irgendwann ein größeres Solo-Projekt zu beginnen und darin einzelne Targets in mehreren Sessions abzuarbeiten. Daraus kann der Viewer hervorragend und vor allem selbstständig für sich passende Trainingserfahrungen ableiten, und Geduld für die verzögerte Target-Auflösung aufbauen. In Solo-Sessions muss natürlich mit mehr Fehlschlägen gerechnet werden, als in Sessions mit Monitor. So frustrierend diese Fehlschläge auch sein können, bieten sie doch viel mehr Möglichkeiten zu lernen, als spektakuläre Erfolge. Denn aus Fehlern lernt man so gesehen tatsächlich mehr, als durch ständigen Erfolg. Solo-Sessions sind ein methodischer Weg zur Selbsterkenntnis als Remote Viewer, und somit zur wirklich individuellen Beherrschung dieser Technik.